30.07.2009 - Wirtschaftsforscher haben herausgefunden, dass die Pleitegefahr mit dem Verschuldungsgrad steigt. Am stärksten betrifft das die Baubranche.
Dazu habe die Wirtschaftsauskunftei Creditreform 800.000 Firmen-Bilanzen ausgewertet, schreibt das Unternehmer-Magazin impulse.
Demnach haben die Branchen Bau, Logistik und Handel das höchste Insolvenzrisiko. 2009 seien bereits 2.600 Baufirmen in die Insolvenz geraten – trotz milliardenschwerer Konjunkturpakete.
Ranking der bedrohten Branchen Impulse hat ein Creditreform-Ranking der gefährdeten Branchen nach deren Verschuldungsgrad (Schulden im Verhältnis zum Eigenkapital) veröffentlicht :
- Bau: Verschuldungsgrad 2,86 (Ausfallwahrscheinlichkeit 3,0 Prozent)
- Logistik: 2,85 (3,9 Prozent)
- Großhandel: 2,53 (2,4 Prozent)
- Einzelhandel: 2,52 (2,6 Prozent)
- Konsumgüter: 2,27 (2,0 Prozent)
- Metall / Elektro: 2,20 (1,8 Prozent)
- Grundstoffe: 2,18 (1,9 Prozent)
- Chemie: 1,97 (1,4 Prozent)
- Konsumnahe Dienstleistungen: 1,65 (2,6 Prozent)
- Unternehmensnahe Dienstleistungen: 0,64 (1,7 Prozent)
Firmen überstehen erneute Rezession besser
Creditreform zufolge seien deutsche Unternehmen insgesamt jedoch besser auf die Rezession vorbereitet als in der letzten Krise 2002 / 2003, so die Studie: "In den Bilanzen von gut 55 Prozent der Firmen stecken kaum Risiken."
Ein Grund: Laut Creditreform haben die Firmen ihre Schulden in den letzten Jahren massiv reduziert.
2002 hätten die Schulden der Mittelständler im Durchschnitt noch das Dreifache ihres Eigenkapitals betragen. 2008 habe die Quote nur noch bei 1,6 gelegen. (uqrl)