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Norbert Winkeljohann/Norbert Herzig (Hrsg.)
IFRS für den Mittelstand. Perspektiven – Anwendung – Praxisberichte
1. Auflage 2006
212 Seiten
Schäffer-Poeschel Verlag GmbH
49,95 Euro
ISBN 3791025783
IFRS steht für "International Financial Reporting Standards". Dahinter verbergen sich die internationalen Vorschriften zur Rechnungslegung in Unternehmen. So komplex wie der Begriff ist auch die Umsetzung der IFRS – gerade für Mittelständler. Richtig angewandt bringen sie jedoch Vorteile. Der vorliegende Band zeigt auf 212 Seiten, wie.
In drei Teilen erläutern Fachexperten zunächst Perspektiven und Motive einer Einführung der IFRS. Teil zwei gibt Beispiele für die praktische Umsetzung der Richtlinien. Der abschließende Teil diskutiert die Vorteile für die Finanzierung von Unternehmen.

Kosten und Nutzen von IFRS
Die Einführung der IFRS ist freiwillig und mit Kosten verbunden – etwa für Personal und leistungsfähigere IT-Systeme. Demgegenüber stehen eine Reihe positiver Effekte – unter anderem:

  • bessere Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen
  • mehr Transparenz im Sinne von Basel II und dadurch Vorteile beim Rating
  • höhere Chancen auf alternative Finanzierungen durch internationale Private-Equity-Investoren
  • Akquisition größerer internationaler Aufträge
  • Anpassung des internen an das externe Rechnungswesen
  • leichterer Konzern- bzw. Einzelabschluss bei grenzüberschreitenden Konzernen
IFRS in der Praxis
Die Praxisberichte im zweiten Teil des Buches sind insbesondere für Unternehmer interessant, die mit einer Umstellung auf IFRS liebäugeln. So erläutert etwa der Beitrag "IFRS-Projektmanagement" (S. 123 bis 137) die unterschiedlichen Projekt-Phasen der Umstellung auf IFRS:

  • Phase 1 bezeichnet die Vorstudie, in der die Projektziele erarbeitet werden.
  • Phase 2 umfasst die Initiierung des Projektes, die Vorbereitung der Umstellung und die eigentliche Umstellung.
  • In Phase 3 wird die neue Rechnungslegung in die Organisation des Unternehmens integriert.
Folgen der Umstellung
Die möglichen Auswirkungen einer Umstellung auf IFRS beschreibt Frank Reuther von der Freudenberg & Co. KG – am Beispiel seines Unternehmens:

"Während die Gewinn- und Verlustrechnung vergleichsweise wenig von der Umstellung auf IAS berührt war, verzeichnete die Bilanz gravierende Umstellungseffekte: Das Anlagevermögen stieg um 32%, das Umlaufvermögen um 4%. Eigenkapital und Fremdkapital wuchsen um 18% bzw. 17%." (S. 162)

Weitere positive Erfahrungen seien die Akzeptanz von Gesellschaftern, Banken und Führungskräften des Unternehmens sowie eine spürbare Harmonisierung der internen und externen Steuerungsgrößen. Allerdings habe sich insgesamt die Komplexität erhöht.
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