05.04.2007 - Der neue internationale Standard zur Rechnungslegung IFRS bedroht den Mittelstand: Nach aktuellem Entwurf würden zahlreiche Unternehmen bilanztechnisch ohne Eigenkapital dastehen.
Das kritisierte zumindest Bernd Rödl, Gründer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner, in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin impulse.
Rödl bezog sich dabei auf den Entwurf des Internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS SME (small and medium sized entities) für mittelständische Firmen, der zur Entscheidung ansteht.
"Vor allem die in Deutschland beliebte GmbH & Co KG könnte in der Tat kein Eigenkapital mehr ausweisen, da der Entwurf für Kleinbetriebe vorsieht, dass Eigenkapital nicht kündbar sein darf", so Rödl.
Alles wird zu Fremdkapital Da Gesellschafter deutscher Personengesellschaften formal immer ein Kündigungsrecht haben, würden Gesellschafter-Einlagen als Fremdkapital gelten.
Selbst die Gewinnanteile der Kapitalgeber müssten als Fremdkapital deklariert werden. Rödl sagte zu impulse, dass der aktuelle Entwurf für kleine und mittlere deutsche Unternehmen nicht tauge und eine neue Regel hermüsse.
HGB wird IFRS-Regeln angeglichen Da der internationale Rechnungsstandard IFRS bald das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) ablösen könnte, rät Rödl mittelständischen Unternehmern, sich mit den neuen Regeln zu beschäftigen.
Mit dem neuen Gesetz zur Bilanzrechtsmodernisierung werde schon jetzt das deutsche HGB an die IFRS-Standards angeglichen. (uqrl)