25.06.2009 - Im Gegensatz zu vielen anderen Industrieländern widersteht das Rentensystem in Deutschland der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise.
In anderen Ländern gebe es Probleme sowohl mit kapitalgedeckten als auch mit umlagefinanzierten Alterssicherungssystemen, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.). Das sei das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Demnach profitiert die deutsche Alterssicherung von der vergleichsweise günstigen Lage am Arbeitsmarkt. Dies auch der Kurzarbeit zu verdanken.
Sichere Renten in Deutschland Das gelte besonders für die gesetzliche Rente, die aus Sozialversicherungsbeiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert wird.
Auch die kapitalgedeckten betrieblichen Renten und die staatlich geförderte Riester-Rente würden durch verschiedene Schutzmechanismen geschützt, zum Beispiel durch eine konservative Anlagestrategie der Pensionsfonds.
Laut OECD-Rentenexpertin Monika Queisser habe Deutschland dadurch das Vertrauen der Sparer aufrechterhalten können.
Bei Konkursen größerer Firmen drohe allerdings ein Anstieg der Beiträge für betriebliche Renten. Auch die gesetzliche Rente gerate angesichts steigender Arbeitslosenzahlen unter Druck.
Hohe Verluste in anderen Ländern Problematischer sei jedoch die Situation anderer Industrieländer: Private Pensionsfonds der OECD-Mitgliedsländer hätten 2008 rund 23 Prozent ihres Wertes verloren. Das seien rund 5,4 Billionen Dollar.
Die größten Verluste verzeichneten Irland, Australien und die Vereinigten Staaten. Dort sei ein besonders hoher Anteil der Altersvorsorge in Aktien investiert worden.
Die Krise schlage jedoch auch auf umlagefinanzierte Rentensysteme durch, besonders in Italien, Österreich, Frankreich und Griechenland. Diese Staaten bedürften dringend einer Reform oder einer Rentenkürzung, so der Bericht der OECD.
In Deutschland hätten dagegen die bisherigen Korrekturen am Rentenrecht für eine Entlastung der Kassen gesorgt. (uqrl)