25.01.2008 - Ob Kongress, Business-Meeting oder Fahrstuhl-Situation: Der Einstieg in den Smalltalk ist leichter als gedacht, enthält aber Stolpersteine. Worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.
Haben Sie bei der Wahl des Gesprächsthemas keine Angst vor dem Belanglosen und Offensichtlichen, rät Günter Zienterra vom Institut für Rhetorik und Kommunikation.
Auch ein Gespräch über das Wetter sei angemessen, denn Smalltalks sind immer der Auftakt eines Gesprächs – und belanglose Themen seien besser als nachdenkliches Schweigen.
Checkliste Smalltalk-Praxis Der Experte rät zu folgenden Smalltalk-Themen:
1. Das Wetter und die Jahreszeit
Idiotensicher! Schließlich weiß jeder, worüber gesprochen wird. Und die meisten Menschen empfinden das Wetter ziemlich ähnlich. Als Einstieg eine sichere Sache.
2. Der Ort oder Anlass des Gesprächs (Stadt, Gebäude, Veranstaltung)
War Ihr Gesprächspartner schon einmal auf dieser Veranstaltung? Nein? Was erwartet er? Fragen Sie ihn!
3. Ein Vortrag oder eine künstlerische Darbietung, die man gerade erlebt hat
Seien Sie ruhig ehrlich, aber werden Sie nicht zu kritisch. Mit positiven Gesprächsthemen halten Sie Gesprächspartner länger am Tisch.
4. Film, Musik, Theater oder Literatur
Vorsicht, keine "Bildungshuberei"! Stellen Sie sich auf
Ihren Gesprächspartner ein und versuchen Sie nicht, durch Wissen zu beeindrucken. Schließlich wollen Sie nicht zum Klugschwätzer des Abends gewählt werden.
5. Ausbildung und Beruf
Darüber sollten sich Gesprächspartner nur unterhalten, wenn man sich schon etwas kennen gelernt hat.
6. Urlaub,Freizeit und Sport
Freizeit ist ein Thema, um das sich alle Menschen Gedanken machen. Daher ist es als Einstieg in einen Smalltalk immer geeignet.
7. Wohnort, Land, Stadt(-viertel) und Straße
Hier ist Vorsicht geboten: Jeder kennt Lokalpatrioten, die spielend eine Stunde lang erklären, warum ihre Stadt der Nabel der Welt ist.
8. Haustiere
Zwei Hundehalter können sich locker einen Abend gegenseitig unterhalten. Hat Ihr Gesprächspartner kein Tier, versuchen Sie nicht, ihm eines aufzuschwatzen.
Diese Themen sollten Sie laut Günter Zienterra vermeiden:
1. Kontroverse politische Standpunkte
Sie wollen sich doch mit Ihrem Gesprächspartner gut verstehen, oder?
2. Religion
Dieses Thema ist für einen Smalltalk schlicht zu schwer. Ein Smalltalk sollte bei einem leichten Geplaudere bleiben.
3. Gehalt, finanzielle Situation
Sie sollten zwar ehrlich, aber nicht zu offen sein. Dieses Thema geht nur Sie und Ihren Ehepartner etwas an.
4. Witze und Klatsch über Abwesende
Einfach billig. Wird zwar immer gerne genommen, aber Sie erweisen sich damit nicht als vertrauenswürdiger Gesprächspartner. Schließlich muss jeder damit rechnen, bei passender Gelegenheit genauso von Ihnen durchgehechelt zu werden.
5. Kritik am Essen oder den Gastgebern
Hier gilt: "Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul." Wenn Sie Kritik üben, müssen Sie immer damit rechnen, dass Ihrem Gesprächspartner dieses Sprichwort durch den Kopf geht.
6. Ehe- oder Partnerschaftsprobleme
Ihre Offenheit in allen Ehren, aber das geht nun wirklich niemanden etwas an, den Sie gerade kennengelernt haben.
7. Krankheiten und andere private Katastrophen
Krankheiten und Ähnliches werden negativ interpretiert und werden dafür sorgen, dass Ihr Gesprächspartner sich so schnell wie möglich vom Tisch entfernt.
Extra-Tipps vom Experten
- Lächeln Sie, bevor Sie das Gespräch beginnen! Lächelt Ihr Gegenüber zurück?
- Probieren Sie den kleinen, aufmunternd fragenden Blick, der heißen soll: "Kennen wir uns?"
Ratgeber zum kostenlosen Download
Mehr Infos zum Thema Smalltalk finden Sie in dem Ratgeber "Besser Smalltalken", den das Institut für Rhetorik und Kommunikation kostenlos zum Download bereitstellt. (uqrl)