20.10.2009 - In Krisenzeiten kann es sinnvoll sein, das Werbebudget zu kürzen. Jedoch sollten Unternehmer vorsichtig sein, damit sich die Zahl der Neukunden nicht gleichzeitig reduziert.
Auf dem Portal handwerksblatt.de erläutert Marketing-Berater Daniel Dirkes von der Agentur artland-marketing.de die wichtigsten Maßnahmen, um bei den Werbekosten an der richtigen Stelle zu kürzen:
1. Überblick über Werbe-Ausgaben verschaffen Sammeln Sie alle Zahlen zu Ihren Werbekosten (z. B. über Eingangsrechnungen). Zum Werbebudget sollten Sie alles zählen, was mit der Außenkommunikation zu tun hat.
Druckkosten und Mediakosten gehören genauso dazu wie Porto für Werbebriefe und ähnliches. Schulungen und Seminare können dem Budget zugerechnet werden, müssen es aber nicht zwingend.
Teilen Sie die Einzelposten in Gruppen ein, um einen besseren Überblick zu bekommen, zum Beispiel in Mediakosten (Anzeigenschaltung, Radiowerbung usw.), Druckkosten und Gestaltungskosten.
2. Klare Ziele setzen Überlegen Sie, welche Ziele Sie durch Werbung erreichen wollen: Wenn Sie Ihren Bekanntheitsgrad steigern wollen, werben Sie anders, als wenn Sie direkt Kunden gewinnen wollen.
Die Zielsetzung ist wichtig, um einzuschätzen, wie viel Werbebudget gestrichen werden kann. Wenn Ihr Ziel beispielsweise eine starke Expansion ist, sollten Sie nur Kosten einsparen, die absolut keinen Erfolg bringen. Und dieses Geld dann für andere Aktionen einsetzen.
3. Konkrete Kostenfallen vermeiden Grundsätzlich kann ein Eintrag in den klassischen Branchenbüchern zwar sinnvoll sein, oft sinkt der Erfolg jedoch seit Jahren.
Der Grund: Heute suchen 79 Prozent aller Deutschen mit Internetzugang Firmen über Internet-Suchmaschinen wie Google, selbst ältere Menschen. Dadurch sinkt die Wirkung von Branchenbüchern.
Das gilt erfahrungsgemäß auch für Online-Verzeichnisse, die oft gar keine Klicks bringen.
Prüfen Sie, ob Sie hier Kosten sparen können. Wie bei jeder Werbeausgabe ist eine individuelle Beurteilung unverzichtbar.
4. Anzeigen nur dort schalten, wo es sich lohnt
Prüfen Sie die Erfolge der Anzeigen in allen Zeitungen, in denen Sie schalten. Ziehen Sie als Hilfsmittel die Mediadaten der Zeitung heran: Errechnen Sie, in welcher Zeitung Sie die günstigsten Kontakte bekommen.
Das funktioniert mit dem TKP, dem Tausender-Kontakt-Preis. Dazu teilen Sie einfach die Auflage der Zeitung durch die Kosten Ihrer Anzeige. Fairerweise muss das Anzeigenformat gleich sein. Auch hier sollten Sie eine individuelle Prüfung vornehmen.
Überlegen Sie wertneutral über Ihre Controlling-Kennzahlen, welche Erfolge welche Zeitung schon gebracht hat.
5. Kunden fragen und Ergebnisse festhalten Fragen Sie jeden Kunden, wie er auf Sie aufmerksam wurde. Halten Sie die Ergebnisse schriftlich fest. Dazu reicht eine Strichliste.
Ebenfalls ein guter Anhaltspunkt sind die Zugriffe auf Ihrer Website. Sind diese am Tag einer Anzeigenschaltung deutlich erhöht, spricht das für den Erfolg der Anzeige.
6. Den Horizont erweitern – neue Werbeformen testen Sie sollten in jedem Werbebudget einen Teil für neue Werbemaßnahmen vermerken. So erzielen Handwerker etwa mit Radio-Werbung immer wieder gute Erfolge.
Für manchen Betrieb kann sich auch eine gut gemachte Kino-Werbung lohnen. Und investieren Sie auf jeden Fall ins Online-Marketing. (uqrl)