03.03.2010 - Führungskräfte kennen sich erschreckend schlecht mit Finanzen aus: Die wenigsten kennen beispielsweise die Bedeutung von bestimmten Finanzkennzahlen.
Das habe ein Test der Buchautoren Karen Berman und Joe Knight vom Business Literacy Institute ergeben, berichtet das Business-Magazin Harvard Business Manager. Für die Studie führten die Autoren einen einfachen Test mit Führungskräften durch – vom Mittelmanager bis zum Geschäftsführer.
Manager können Gewinn nicht von Barmitteln unterscheiden Das Ergebnis: Die Führungskräfte hätten im Durchschnitt nur 38 Prozent der Fragen richtig beantwortet, so Harvard Business Manager.
Die Mehrheit der Befragten sei nicht in der Lage gewesen, Gewinn von Barmitteln zu unterscheiden.
Viele hätten außerdem nicht gewusst, worin der Unterschied zwischen einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung und einer Bilanz besteht.
Cashflow und Einflüsse auf Bruttomarge unbekannt Laut Magazin kannten etwa 70 Prozent nicht die korrekte Definition des verfügbaren Cashflows, eine wichtige Kennzahl für Investoren.
Die Autoren hätten auch konkrete Sachverhalte abgefragt. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel der Testteilnehmer seien sich sicher gewesen, dass Preisnachlässe keinen Effekt auf die Bruttomarge haben.
Wissenslücken können gefährlich werden Die Wissenslücken der Manager seien gefährlich für Unternehmen: Unwissende Manager würden manchmal von Finanzschwindlern überrascht. Außerdem könnten sie die Finanzkenntnisse eines künftigen Mitarbeiters nicht richtig einschätzen.
Der Studie zufolge geben die wenigsten Führungskräfte gegenüber ihren Mitarbeitern zu, dass sie die Finanzsprache nicht beherrschen. Der Grund: der ganz normale menschliche Widerwille, Wissenslücken zu offenbaren.
Eine andere Gruppe von Managern sei gefragt worden, was in Konferenzen passiert, wenn Teilnehmer Finanzkennzahlen nicht verstehen.
Die Antwort der meisten befragten Manager: "Die meisten Mitarbeiter fragen nicht nach, weil sie gegenüber ihrem Chef oder ihren Kollegen nicht als unwissend dastehen wollen." (uqrl)