19.07.2010 - Die Deutsche Post bietet ihren lange angekündigten E-Brief nun für ein Porto von 55 Cent an. Damit ist die elektronische Brief-Variante ebenso teuer wie ein Papier-Brief.
Wie das Unternehmermagazin impulse.de informiert, biete der Onlinekonzern United Internet sein Konkurrenzprodukt in knapp einem halben Jahr voraussichtlich für 15 bis 20 Cent an.
Konkurrenz ist günstiger Auch die Deutsche Telekom wolle einen elektronischen Briefversand anbieten. Hier rechne die Fachwelt sogar mit einem Gratis-Angebot zur Markteinführung.
Die Deutsche Post rechtfertige den teuren Preis ihres E-Briefes mit Sicherheit vor Billigangeboten: Kunden könnten dem Konzern damit das Wertversprechen des Briefgeheimnisses auch im Internet abnehmen.
Laut impulse.de ist der hohe Preis jedoch auch ein Versuch des Konzerns, die Umsatzrückgänge im klassischen Briefversand aufzufangen.
Zuletzt habe sich der Gewinn der Briefsparte fast halbiert, weil immer mehr Menschen per E-Mail kommunizieren, statt Briefe zu versenden. Mittelfristig wolle der Konzern mit dem verbindlichen E-Postbrief einen dreistelligen Millionenumsatz machen.
Registrieren und Adressen sichern Kunden könnten sich ab sofort für den E-Postbrief registrieren. Die Adresse bestehe aus Vor- und Nachnamen und der Endung @epost.de. Eine Zahl hinter dem Nachnamen soll impulse.de zufolge Verwechslungen verhindern.
In den ersten Stunden nach der Freischaltung um sechs Uhr morgens hätten sich am 14. Juli 2010 nach Post-Angaben bereits 30.000 Nutzer eine der neuen Adressen gesichert.
Sie könnten fortan Lohnabrechnungen, Behördenpost oder Versicherungsschreiben rechtssicher empfangen.
E-Post auch in Papierform möglich Habe ein Adressat noch keinen E-Postkasten, erhalte er das Schreiben in Papierform. Diese so genannten Hybridbriefe drucke die Post im Briefzentrum Stuttgart aus, kuvertiere sie und stelle sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden zu. Der Preis hierfür liege ebenfalls bei 55 Cent.
Ein ähnliches Angebot biete United Internet seinen Web.de- und GMX-Kunden an – für einen Cent weniger. Ausgeliefert würden die Hybridbriefe von alternativen Zustellern wie TNT oder PIN Mail. (uqrl)