Kleine und mittelständische Unternehmen blieben von den Auswirkungen der Finanzkrise weitgehend verschont. Viele Unternehmer arbeiten noch Aufträge aus Hoch-Zeiten ab und sind liquide. Was die Banken betrifft: Das deutsche Bankensystem gilt als robuster als das anderer EU-Staaten.
Wie es um Ihre Rente, Ihre Einlagen und um die nächsten Kredite steht, lesen Sie hier:
Rürup-Rente Vorweg: Eine umfassende Absicherung für Unternehmer bietet die Protektor AG. Ihr gehören jene Unternehmen verpflichtend an, die in Deutschland Lebensversicherungen anbieten. Protektor finanziert sich über die Jahresbeiträge der Mitglieder.

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Selbständige sollten nicht in Panik verfallen: Ruhe und Entschlossenheit sind gefragt Bild: fotodisc | Riester-Renten gelten als krisensicher. Bei den Rürup-Renten hingegen gibt es keine einheitliche Garantie.
Als sicher gilt die klassische Form der Rürup-Rente, bei der nur in garantierte Anlagen wie zum Beispiel Zinspapiere investiert wird. Bei der fondsgebundenen Rürup-Rente hängt hingegen alles vom Erfolg der Aktien ab.
Bei einem Zusammenbruch des Aktienmarktes ist die Rente nicht abgesichert. |
Beruhigend für Selbständige: Es gibt immer eine garantierte Mindestverzinsung auf den Sparanteil. Zudem würde im Falle einer Insolvenz der Versicherung hier die Auffanggesellschaft Protektor einspringen.
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- Lebensversicherung
- Spareinlagen
Lebensversicherung Im Falle einer Pleite sind die Lebensversicherungen stabil. In solchen Fällen übernimmt die Auffanggesellschaft Protektor den Kundenbestand und somit die Auszahlung der Versicherung.
Eine weitere Sorge der Versicherten: Habe ich vielleicht Anteile an gefährdeten US-Hypotheken gekauft? Finanzexperten gehen hier von einem geringen Prozentsatz aus. Nach Auskunft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur etwa 1,7 Prozent aller Anlagen an amerikanischen Hypotheken beteiligt. Von diesen 1,7 Prozent hätten nur 10 bis 20 Prozent in kritische Kredite investiert.
Unser Tipp: Kündigen Sie Ihre Versicherung nicht vorschnell, denn das kann teuer werden. Die Gesellschaften berechnen einen erheblich geringeren Rückkaufswert, wenn eine kapitalgebundene Lebensversicherung vorzeitig gekündigt wird.
Spareinlagen Ihre Einlagen sind trotz Finanzkrise sicher. Die Banken sichern den Kunden im Falle einer Insolvenz ab. In Deutschland gibt es dafür gesetzliche Regelungen: Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz.
Durch eine Neuregelung im Zuge der Krise sind 50.000 Euro Ihres Vermögens geschützt. Zuvor garantierte das Gesetz für rund 90 Prozent der Einlagen, höchstens jedoch für 20.000 Euro. Geschützt sind Girokonten, Sparbücher, Tages- und Festgeld-Konten sowie Bank-Sparpläne.
Volksbanken und Raiffeisenbanken haben ihr eigenes Sicherheitssystem und bieten eine vollständige Sicherung der Einlagen: Die einzelnen Filialen werden von der gesamten Organisation gestützt – es gilt der so genannte Institutsschutz. Im Ernstfall springt also eine Volksbank für die Pleite der anderen ein.
Besitzer von Aktien, Fonds und Zertifikaten zittern hingegen. Doch auch hier gilt: Keine Panik. Sie gelten als Sonder-Einlagen und bleiben dem Kunden auch bei einer Insolvenz erhalten. Deutsche Banken gelten als sicherer als andere europäische Banken.
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- Betriebsrenten
- Kredite
Betriebsrenten Sind Ihre Arbeitnehmer über Pensionskassen und Direktversicherungen versichert, garantiert die Auffanggesellschaft Protektor für die Rente. Arbeitgeber müssen also im Falle einer Pleite nicht zahlen. Protektor springt auch im Falle einer Berufsunfähigkeit ein. Nur bei einigen ausländischen Versicherern zahlt die AG nicht. Dann muss der Arbeitgeber einspringen.
Anders bei Direktzusagen, Pensionsfonds und Unterstützungskassen: Geht das Unternehmen Pleite, springt der Pensionsversicherungsverein ein. Unternehmer haben auch die Möglichkeit, Direktversicherungen und Unterstützungskassen rückversichern zu lassen. Eine solche Versicherung springt ein, wenn auch der Pensionsversicherungsverein zahlungsunfähig ist. Kann auch die Versicherung nicht mehr zahlen, leistet Protektor Abhilfe.
Kredite Beruhigend: Banken dürfen Kredite nicht einfach kündigen – außer es steht ausdrücklich im Vertrag. Bei Überziehungsmöglichkeiten können Banken hingegen den Überziehungsspielraum des Kunden reduzieren.
Viele mittelständische Unternehmer denken momentan über alternative Finanzierungsformen nach – aus Angst vor Kreditklemmen und -verlusten: Leasing, Factoring oder Mezzanine-Finanzierungen werden immer beliebter.
Und tatsächlich ist es schwieriger, einen Kredit aufzunehmen: Unternehmer müssen sich langfristig auf größere Sicherheitsanforderungen, höhere Sollzinsen und eine restriktivere Kreditvergabe der Banken einstellen. Eine echte Kreditklemme sehen Ökonomen aber nicht. Abgelehnte Kredite bleiben wahrscheinlich Einzelfälle.
Kunden von Volksbanken und Raiffeisenbanken können aufatmen: Die genossenschaftlichen Institute vergeben weiterhin Kredite zu normalen Konditionen für Mittelständler - 2008 sogar so viele wie zuletzt im Jahr 2001.
Ein Tipp: Organisieren Sie Kredite dann, wenn es ihrem Unternehmen noch gut geht, aber nutzen Sie diese erst in schlechteren Zeiten. Verschieben sie zusätzliche Investitionen. Sparen Sie auch an Fortbildungsangeboten und Dienstreisen für Mitarbeiter.
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- Insolvenz
- sichere Anlageformen
Insolvenz Die Regierung hat das Insolvenz-Recht gelockert. Laut Beschluss werden jene Firmen von der Pflicht zum Insolvenz-Antrag befreit, bei denen sich ein "Turnaround" in wenigen Monaten abzeichnet. Bisher waren Unternehmen zu einem Insolvenzantrag innerhalb von drei Wochen verpflichtet, wenn sie bilanziell überschuldet waren.
Das neue Insolvenz-Recht greift bei Firmen, die in Folge der Finanzkrise kurzzeitig überschuldet sind. Die Reform gilt für Unternehmen aller Branchen – so können auch kleine und mittelständische Unternehmen ihr Geschäft trotz rechnerischer Überschuldung weiterführen.
Vorteil: Das geänderte Recht nutzt auch jenen, die neue Produkte entwickeln. Ist die Nachfrage nach einem Produkt frühzeitig groß, wäre eine kurzfristige Überschuldung die Folge. Unternehmer müssen sich nach neuem Recht nicht sofort insolvent melden.
Sichere Anlageformen Sichere Anlageformen sind Girokonten, Sparbücher, Tages- und Festgelder, Banksparpläne und Bundesanleihen. Auch Sachwerte wie Immobilien und Aktien von krisensicheren Unternehmen haben keine großen Wert-Verluste.
Tipp: Unternehmer punkten jetzt durch unterschiedliche Anlageformen. Verteilen Sie liquide Mittel auf verschiedene Anlageklassen, dann ist Ihr Vermögen in Krisenzeiten sicher. Eine weitere Möglichkeit: Decken Sie kurzfristigen Geldbedarf über Darlehen ab. Legen Sie Ihr Geld außerdem in monatlich versetzten Tranchen an – so bleiben Sie liquide.
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- nicht überstürzt handeln
- Sorgentelefon
- hilfreicher Link
Nicht überstürzt handelnVorsicht vor übereiltem Personalabbau. Sind die Krisen-Zeiten erst überstanden, könnte es Ihnen an Fachkräften fehlen.
Ein Tipp: Suchen Sie sich Kunden, die die Krise weitgehend unbeschadet überstehen. Ist eine Zielgruppe auf Sie angewiesen, hat das einen weiteren Vorteil für Sie.
Viele Unternehmen entstehen sogar in Krisenzeiten, denn Rahmenbedingungen spielen bei der Gründung praktisch keine Rolle. Der Vorteil kleiner und mittlerer Unternehmen: Sie sind schnell und können Strategien zügig umsetzen. Ist die Strategie gut, schaffen Sie es auch in schlechten Zeiten.
Weitere Informationen: Das Bundesverbraucherministerium hat ein Sorgentelefon eingerichtet. Experten beraten Sie in allen Fragen zur Sicherheit von Spareinlagen, Lebensversicherungen, Aktien oder Renten-Verträgen. Sie erreichen die Experten von Montag bis Freitag von 9.00 bis 21.00 Uhr unter der kostenlosen Nummer 0800 / 664 85 88.
Die wichtigsten Fragen in Bezug auf Ihre Volksbank, Ihre R+V Versicherungen und Bausparpläne finden Sie unter dem unten angegebenen Link.
Oktober 2008, Julia Schulze für unique relations