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Interview

So trotzen Sie dem Fachkräftemangel

In den nächsten zehn Jahren wird sich der Fachkräftemangel deutlich verstärken. Die aktuelle DZ BANK Mittelstandsstudie zeigt, dass auch kleine Unternehmen von dieser Entwicklung betroffen sind. Wie Sie rechtzeitig gegensteuern, erläutert Altfried Lütkenhaus, Autor der Studie.
MittelstandDirekt:
Wie wichtig ist das Thema Fachkräftemangel für kleine Unternehmen?

Altfried Lütkenhaus:
Grundsätzlich betroffen sind alle Unternehmen, egal welcher Größe. In größeren Unternehmen zeigt sich ein Fachkräftemangel nur schneller.

Dr. Altfried Lütkenhaus ist Bereichsleiter VR Mittelstand bei der DZ BANK

Erstens, weil hier neue Entwicklungen am Markt in einem anderen Maßstab Bedarf auslösen, auf den schnell reagiert werden muss. Und zweitens, weil kleinere Unternehmen es eher schaffen, neue Aufgaben unter den vorhandenen Mitarbeitern aufzuteilen.

Dadurch scheint es erst einmal so, dass kleinere Unternehmen den Fachkräftemangel weniger zu spüren bekommen.
Das jedoch ist ein Trugschluss, denn durch den steigenden Bedarf der großen Unternehmen wird der Markt für Fachkräfte nach und nach ausgetrocknet. Auch für die kleinen Unternehmen wird es immer schwieriger werden, qualifiziertes Personal zu finden.


MittelstandDirekt:

Betrifft der Fachkräftemangel nicht nur die klassischen Industriebranchen?

Altfried Lütkenhaus:
Über 50 Prozent aller von uns befragten Unternehmen haben angegeben, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Das lässt den Schluss zu, dass Betriebe aller Branchen Probleme bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern haben. Es sind eben nicht nur die Ingenieure, die fehlen.

Unterschiede gibt es nur darin, wie stark der Fachkräftemangel bereits ausgeprägt ist. So leiden neben den klassischen Industriebranchen Elektronik und Metall vor allem das Baugewerbe, die Dienstleistungsbranche und die Chemie- und Kunststoffindustrie unter einem spürbaren Fachkräftemangel.

Weniger stark betroffen sind dagegen die Agrarwirtschaft und die Ernährungs- und Tabakindustrie. Hier wird noch viel von Hilfsarbeitern erledigt.

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