03.02.2012 - Deutsche Unternehmensgründer haben viel schwierigere Startbedingungen als Gründer aus anderen G-20-Ländern.
Das sind Ergebnisse der Ernst & Young-Studie "Entrepreneurs speak out – A call to action for G20 governments", für die mehr als 1.000 Jungunternehmer aus allen G-20-Ländern befragt wurden.
Demnach gaben nur 22 Prozent der deutschen Befragten an, hierzulande die besten Bedingungen für ihren Start ins Unternehmertum zu finden. Im G-20-Durchschnitt liege der Anteil bei 35 Prozent.
Nachteilige Rahmenbedingungen seien etwa die überdurchschnittlich hohe Steuerbelastung, die hohen Kosten und der bürokratische Aufwand, die mit einer Unternehmensgründung verbunden sind.
Daher findet sich Deutschland laut Ernst & Young bei der Existenzgründerdichte nur im unteren Mittelfeld: Pro 1.000 Menschen im arbeitsfähigen Alter wird der Studie zufolge jährlich nur durchschnittlich ein Unternehmen gegründet.
Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young: "Nur wer Vertrauen in die Rahmenbedingungen hat, macht auch den Schritt in die Selbständigkeit. Hier hat Deutschland noch einen großen Nachholbedarf."
Insgesamt bietet Kanada mit deutlichem Abstand die besten Rahmenbedingungen für Entrepreneure. Das zeigt sich laut Studie nicht nur im Selbstbewusstsein der kanadischen Jungunternehmer, sondern auch in der Zahl der tatsächlichen Unternehmensgründungen.
Beispielsweise sei der Anteil der Gründungen in Kanada und Großbritannien rund neun Mal so hoch wie in Deutschland. Nur in einigen Schwellenländern wie zum Beispiel in Mexiko und in Argentinien sei die Zahl neu gegründeter Unternehmen noch geringer als in Deutschland.
Ein Grund für die skeptische Einstellung deutscher Unternehmer sei die hohe steuerliche Belastung der Start-ups. Hier biete Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Bedingungen – und landete entsprechend auf Rang 13 der Umfrage.
In Deutschland seien auch die "Start-up-Kosten" hoch: Mit neun Verwaltungsvorgängen, die zur Gründung eines neuen Unternehmens notwendig sind, liege Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern weit über dem Durchschnitt, der bei 5,7 liege.
Positiv sahen deutsche Unternehmensgründer lediglich die gebotenen Innovationsanreize: 72 Prozent glauben, die Innovationsanreize der Bundesregierung seien eine wirksame Methode, Start-ups zu fördern. (uqrl)