2012 werden weniger Unternehmen gegründet

Prognose

05.12.2011 – Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet damit, dass 2012 deutlich weniger Menschen den Schritt in die Selbständigkeit wagen.

Das geht aus einer Prognose des DIHK hervor, für die Gründerberater in den Industrie- und Handelskammern (IHKs) befragt wurden. Demnach sinkt die Zahl der Existenzgründer 2012 erstmals seit vier Jahren auf unter 400.000 Menschen.

Von den befragten Gründerberatern rechnen laut IHK nur zwei Prozent mit mehr, 47 Prozent aber mit weniger Existenzgründungen in ihren Regionen. Die restlichen 51 Prozent erwarten ein gleich bleibendes Interesse.

Weniger Arbeitslose, weniger Gründungen

Grund des Rückgangs bei Existenzgründungen sei die sinkende Arbeitslosigkeit, so DIHK-Gründungsexperte Marc Evers gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Damit gilt in Deutschland wieder der Faustformel: Weniger Arbeitslose, weniger Existenzgründungen."

Das Muster habe Tradition: In wirtschaftlich schlechten Zeiten würden hierzulande aus Angst vor Arbeitslosigkeit mehr Firmen gegründet. In besseren Zeiten werde das sichere Angestelltendasein vorgezogen – "zumal Hochqualifizierte wegen des Fachkräftemangels eine gute Verhandlungsposition haben und lukrative Gehälter herausholen können", so Evers.

Gute Erfolgsaussichten in einigen Branchen

Chancen für Gründer sieht der Gründungsexperte vor allem bei gesundheitsbezogenen Dienstleistungen und bei Unternehmungen in den Bereichen Umwelttechnik, Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Gute Erfolgsaussichten gebe es auch bei unternehmensnahen Dienstleistungen, vor allem im Bereich der Informationstechnologien. Evers: "In diesen Sparten sind Gründungen mit relativ geringen Anfangsinvestitionen möglich. Um etwa eine Beratungsleistung anzubieten, reicht in vielen Fällen ein Büro und eine gute Computer-Ausstattung."

Außerdem setze sich der Trend fort, dass größere Unternehmen ihre IT-Bereiche auslagerten und die Leistungen am Markt zukauften. (uqrl)

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