25.01.2012 – Frauen auf dem Vormarsch: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzt, dass Gründerinnen 2012 insgesamt 200.000 neue Arbeitsplätze schaffen.
"Ich kann mir gut vorstellen, dass schon bald die Hälfte aller Unternehmen von Frauen gegründet wird", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann in der "Passauer Neuen Presse".
Noch vor sieben Jahren habe es sich nur bei 32 Prozent der Gründungsinteressierten um Frauen gehandelt. 2010 habe die Quote bereits bei 40 Prozent gelegen.
Der DIHK hat zu diesem Thema mehr als 145.000 Gespräche der Industrie- und Handelskammern (IHKs) ausgewertet. Demnach wollen sich immer mehr Frauen selbständig machen.
Die Wirtschaftsregion mit dem höchsten Anteil an Gründerinnen sei mit 43 Prozent der Osten. Im Süden liege die Quote bei 41 Prozent, im Norden bei 40, im Westen bei 37 Prozent.
In acht IHK-Bezirken, darunter in Magdeburg, in Leipzig und in München, stellen Frauen laut DIHK inzwischen sogar mindestens die Hälfte aller Gründungsinteressierten.
Nach den Erfahrungen der IHKs machen sich die meisten Frauen im Dienstleistungssektor selbständig, davon überproportional häufig im Gesundheits- und Pflegebereich und anderen Sparten mit personenbezogenen Dienstleistungen.
Diese Branchen seien im Osten besonders stark vertreten. Der hohe Anteil der Gründerinnen im Osten sei aber auch Ausdruck der traditionell hohen Erwerbstätigenquote bei Frauen dort.
In den Industriebranchen machen sich Frauen laut DIHK seltener selbständig als in den Servicebereichen. Der Grund: Viele Frauen gründen mit vergleichsweise wenig Kapital. Folglich gebe es vor allem im stark industriegeprägten Westen weniger Jungunternehmerinnen. (uqrl)