13.07.2011 - Frauen gründen zwar in kleineren Dimensionen, finanzieren ihr Vorhaben jedoch passgenau.
Dies zeigt eine Studie auf Basis des KfW-Gründungsmonitors zu den spezifischen Charakteristika von Frauengründungen.
Demnach sind Gründungen von Frauen im Voll- und im Nebenerwerb von Anfang an kleiner dimensioniert als Gründungen von Männern: Rund drei Viertel der Gründerinnen starten ihre Selbständigkeit laut KfW Bankengruppe ohne Mitarbeiter (Gründer: 64 Prozent).
Außerdem benötigten Frauen geringere Mittel für ihre Gründung: 15 Prozent der Gründerinnen setzten weder Sach- noch Finanzmittel ein. Bei den Männern liege dieser Anteil nur bei neun Prozent.
Dagegen sei die Höhe der benötigten Mittel bei ähnlichen Projekten ungefähr gleich. Beispielsweise registrierte die KfW einen ähnlich großen Anteil von Frauen und Männern, die einen externen Finanzierungsbedarf von mehr als 25.000 Euro hatten: 25 Prozent bei den Gründern gegenüber 22 Prozent bei den Gründerinnen.
Damit passe das Finanzierungsvolumen zur Größe der Gründungen, so Margarita Tchouvakhina, Abteilungsdirektorin bei der KfW Bankengruppe. Es sei nicht der Fall, dass Frauen ihre Unternehmen unterfinanzieren.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Insgesamt starteten rund zwei Drittel der 349.000 Gründerinnen 2010 im Nebenerwerb.
Laut Margarita Tchouvakhina liege das daran, dass viele Frauen an der Selbständigkeit im Nebenerwerb die zeitliche Flexibilität schätzen, durch die sie Beruf und Familie leichter vereinbaren können.
Außerdem komme eine Nebenerwerbsgründung der geringeren Risikoneigung von Frauen entgegen: Auf diese Art und Weise werde die Geschäftsidee zunächst getestet, bevor sie auf den Vollerwerb ausgeweitet wird.
Aus der Studie gehe außerdem hervor, dass Unternehmungen von Männern und Frauen mit vergleichbaren Projekteigenschaften gleich lang am Markt bleiben. (uqrl)