Gründer mit Migrationshintergrund schaffen in Deutschland viele Jobs

Existenzgründungen

23.11.2010 - Mehr als zwei Millionen Menschen arbeiten in Deutschland mittlerweile in Unternehmen von Migranten.

Das berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Demnach sind neun Prozent der Migranten in Deutschland selbständig. Ihr Anteil sei seit dem Jahr 2000 um gut einen Prozentpunkt angestiegen und liege über dem Anteil der deutschen Selbständigen.

In vielen OECD-Staaten wiesen Menschen mit Migrationshintergrund eine höhere Selbstständigen-Quote auf als Inländer: Im Schnitt führten 13 Prozent der erwerbsfähigen Zuwanderer ein eigenes Unternehmen, wohingegen die heimische Bevölkerung nur zu zwölf Prozent selbstständig arbeite.

Fünf Prozent haben Chef mit Migrationshintergrund

Im OECD-Durchschnitt beschäftigten von Zuwanderern gegründete Unternehmen 2,4 Prozent aller Erwerbstätigen. 


Ihr Anteil sei in Deutschland höher: Mehr als fünf Prozent der Erwerbstätigen haben der Bundesintegrationsbeauftragten Maria Böhmer zufolge einen Chef mit Migrationshintergrund. 


Insgesamt zählten die entsprechenden Firmen mehr als zwei Millionen Mitarbeiter. Laut einer DIHK-Umfrage seien 2010 bisher rund 150.000 Arbeitsplätze durch die unternehmerische Tätigkeit von Zuwanderern neu geschaffen worden – immerhin 17 Prozent aller neuen Jobs.

Migraten machen sich häufiger im Handel und in der Gastronomie selbständig

Vor allem im Handel und in der Gastronomie seien die Migranten aktiv: 24 bzw. 22 Prozent ihrer Unternehmen zählten zu diesen Branchen. Selbständige Deutsche suchten dort nur zu 21 respektive 15 Prozent ihr Glück. 


Deutlich unterrepräsentiert seien Migranten in den übrigen Dienstleistungssparten wie etwa im IT-Bereich – hier kämen sie nur auf 23 Prozent, während 41 Prozent der deutschen Selbständigen in diesem Bereich arbeiten.

Mehr Deutsche als Migranten bleiben das erste Jahr am Markt

Unabhängig davon hätten Migranten-Unternehmen hierzulande ein Problem: Laut OECD überlebten 5,4 Prozent der Firmen das erste Jahr nicht. Bei deutschen Gründern seien es hingegen nur zwei Prozent. (uqrl)

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