08.06.2011 - In Deutschland ist das Gründen eines Unternehmens meistens Männersache. Ganz anders sieht es in anderen Ländern aus – besonders in Australien, wo ebenso viele Frauen wie Männer den Schritt in die Selbständigkeit wagen.
Das zeige der "Global Entrepreneurship Monitor", berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln.
Die Quote hierzulande: In Deutschland gründen laut IW Köln nur halb so viele Frauen wie Männer eine eigene Firma. Schon im Nachbarland Belgien sei dieses Verhältnis deutlich ausgeglichener.
Ganz anders sehe es in den USA aus: Hier kämen auf 1.000 Erwerbspersonen 70 Gründerinnen und 82 Gründer.
Geschlechtergleichstand herrsche in Australien, wo 2010 auf 1.000 Erwerbstätige jeweils 78 Gründer und Gründerinnen kamen.
Als Haupthindernisse für Gründungswillige in Deutschland benennt das Institut die zu strikten Regulierungen, den schwierigen Zugang zu Wagniskapital und eine zu hohe Steuerlast. Diese Faktoren bremsten allerdings beide Geschlechter gleichermaßen – es müsse also andere Hürden geben.
Eine Erklärung: In all diesen Ländern würden Frauen gezielt gefördert und zur Gründung eines eigenen Unternehmens motiviert, so das Institut.
Das IW Köln nennt drei Beispiele für Förderprogramme aus dem Ausland, die sich explizit an Frauen richten:
Zwar gibt es laut IW Köln auch in Deutschland Initiativen, die speziell auf Frauen zugeschnitten sind, zum Beispiel die "Bundesweite Gründerinnenagentur".
Aber es gebe hierzulande kaum Netzwerke für gründungswillige Frauen, über die neue Unternehmerinnen unterstützend beraten werden. (uqrl)