28.04.2011 - Nach einem Jahr sind 85 Prozent aller Gründer noch am Markt. Drei Jahre nach dem Start ist ein Drittel der Gründungsprojekte wieder beendet.
Das geht aus dem KfW-Gründungsmonitor 2011 hervor, der auch Gründer erfasst, die ihre Selbständigkeit bis zu 36 Monate vor der Befragung begonnen haben.
Damit verzeichnet die KfW Bankengruppe in ihrem Monitor eine hohe Anfangssterblichkeit unter deutschen Gründern.
Insolvenzen machen danach aber nur vier Prozent der Schließungen aus. In 57 Prozent der Fälle wird das Unternehmen im Rahmen einer Liquidation aufgegeben.
Auch die Übergabe an einen Nachfolger ist mit neun Prozent vergleichsweise selten – ebenso wie der Verkauf des Unternehmens mit vier Prozent.
Bei jeder vierten Gründung war die Gründung dem Bericht zufolge sowieso zeitlich befristet angelegt – was besonders für Nebenerwerbsgründungen (32 Prozent aller Aufgaben) gilt. Dagegen sind 15 Prozent der Vollerwerbsprojekte von Anfang an zeitlich befristet.
Interessant: Bestimmte Gründer bleiben signifikant länger am Markt – nämlich Gründer mit einem Fachhochschul-Abschluss, einem Wohnsitz in Ostdeutschland, in den Freien Berufen oder im Handwerk, sowie jene mit einem Finanzmitteleinsatz von mehr als 10.000 Euro.
Dagegen haben folgende Gründergruppen ihr Geschäft innerhalb von drei Jahren in signifikant hohem Maß wieder aufgegeben: Gründer, die vor der Selbständigkeit als einfache Arbeiter tätig oder arbeitslos waren, ihre Gründung als Beteiligung an einem bereits bestehenden Unternehmen vollziehen, deren Produkt oder Dienstleistung eine "nur" regionale Marktneuheit darstellt oder die in einem Team ohne Mitarbeiter starten.
Dagegen hat die KfW keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der Überlebensfähigkeit von Gründungen und dem Geschlecht der Gründer festgestellt. (uqrl)