14.04.2011 - Der Anteil der 18- bis 25-jährigen Gründer in Deutschland ist in den letzten Jahren massiv zurückgegangen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Demnach entfielen 2002 noch 14 Prozent aller Gründer auf diese Altersgruppe, 2010 nur noch 3,5 Prozent.
Den Autoren der Studie zufolge kann dieses Phänomen nicht allein mit dem demographisch bedingten Rückgang der Population dieser Altersgruppe begründet werden. Das Ausmaß dieses Trends sei in Deutschland deutlich größer als in anderen Ländern.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Migranten sind gründungsfreudiger als Deutsche.
In den vergangenen drei Jahren hätten rund sieben Prozent der Migranten ein Unternehmen gegründet oder wollten es gerade tun. Unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund seien es nur 4,2 Prozent gewesen.
Den Gründungsforschern der Leibniz Universität Hannover zufolge machen viele Migranten aus der Not eine Tugend – und entscheiden sich für die Selbständigkeit anstelle von Arbeitslosigkeit.
Auffällig: Die von Migranten gegründeten Unternehmen sind im Durchschnitt größer als die anderer Selbstständiger.
Mehr als 70 Prozent beschäftigen laut der Universität bereits bei der Gründung Mitarbeiter oder beabsichtigen, in Kürze jemanden einzustellen. Bei den einheimischen Gründern seien es 50 Prozent. (uqrl)