Kreative Gründer sind jünger und besser ausgebildet

Studie

29.09.2011 – Wer ein Unternehmen in der Kreativwirtschaft gründet, ist in der Regel jünger, besser ausgebildet – und bleibt länger am Markt.

Das geht aus der Untersuchung "Fokus Innovation: Gründungen in der Kreativwirtschaft" der KfW Bankengruppe hervor. Demnach gründeten 2010 rund 122.000 Menschen ein Unternehmen in der Kreativwirtschaft, also in den Bereichen Software- und Games-Industrie, Werbemarkt, Kunstgewerbe, Filmwirtschaft oder Theater.

Kreativ-Gründer bleiben länger am Markt

Mehr als 60 Prozent von ihnen gründeten zunächst im Nebenerwerb, mehr als 80 Prozent ohne Mitarbeiter. Viele junge Menschen testeten ihre Geschäftsideen parallel zu Ausbildung oder Studium aus, so KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch: "Das heißt aber nicht, dass sie sich in Träumereien verlieren. Im Gegenteil: Gründungen in der Kreativwirtschaft bleiben länger am Markt als Gründungen in anderen Sektoren."

Drei Jahre nach dem Start sind der Studie zufolge noch fast vier von fünf kreativen Gründern am Markt – gegenüber zwei Dritteln in den übrigen Wirtschaftsbereichen. Dies sei umso bemerkenswerter, als dass sonst kleinere, im Nebenerwerb gegründete Unternehmen anfälliger sind.

Kreativ-Gründer sind jünger und besser ausgebildet

Mehr als die Hälfte der Gründer seien bei ihrem Start in die Selbständigkeit unter 35 Jahre alt. Bei anderen Gründungen seien es 36 Prozent. Drei Viertel starteten allein, also ohne Angestellte und Teampartner.

In der Kreativwirtschaft verfügten 37 Prozent der Gründer mindestens über einen Fachhochschulabschluss, während es in den übrigen Wirtschaftsbereichen nur 24 Prozent seien.

Kreativ-Gründer bevorzugen Städte

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Rund die Hälfte der kreativen Gründer wähle eine Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern als Standort aus. Bei den übrigen Gründungen liege der entsprechende Teil nur bei knapp 30 Prozent. Insbesondere in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sind Gründungen der Kreativwirtschaft laut Studie stark vertreten.

Irsch: "Gründer in der Kreativwirtschaft sind besonders auf Austausch und Netzwerke angewiesen. Sie nutzen Cluster, um sich psychologisch, technisch, aber auch finanziell zu unterstützen. Außerdem spornt die intensivere Konkurrenz in Ballungsräumen sie dazu an, sich stetig zu verbessern."

Werbung und Internet besonders beliebt

Insgesamt starteten mehr als ein Viertel der Kreativ-Gründer im Bereich Software- und Games-Industrie (inkl. Internet-Programmierung). Ein weiteres Viertel gründete ein Unternehmen im Werbemarkt (Werbagenturen, Sales Promotion). Gründungen in den Bereichen der Darstellenden Künste oder der Filmwirtschaft sowie in der Rundfunk- und Fernsehwirtschaft seien mit jeweils unter vier Prozent relativ selten. (uqrl)

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