Mehr Existenzgründer, schlechtere Geschäftsideen

DIHK-Umfrage

27.06.2011 - In Deutschland werden wieder mehr Unternehmen gegründet – sogar im Aufschwung. Die schlechte Nachricht: Es mangelt an überzeugenden Geschäftskonzepten.

Das geht aus dem "Gründerreport" des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Für den Erfahrungsbericht wurden mehr als 360.000 Gespräche zwischen IHK-Beratern und Gründern ausgewertet.

Mehr Gründer trotz Aufschwung

Demnach ist das Interesse an der Unternehmensgründung in Deutschland erfreulich: Bisher habe es bei besserer Konjunktur und rückläufiger Arbeitslosigkeit stets weniger Gründer gegeben. 


Jedoch drohe vielen Gründungen wegen mangelhafter Vorbereitung ein frühes Aus: 43 Prozent aller arbeitslosen Gründer hätten keine klare Geschäftsidee. 


DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann: "Noch immer wollen die meisten Gründer zuallererst der Erwerbslosigkeit entkommen." 


Furcht sei jedoch ein schlechter Ratgeber, der oft dazu führe, sich übereilt in das "Abenteuer Selbständigkeit" zu begeben. Auch werde das Thema "Unternehmertum" im deutschen Bildungssystem noch immer zu wenig behandelt.

Mehr Gründerinnen in Deutschland

64 Prozent der Gründungsinteressenten wollen sich laut DIHK in Dienstleistungsbranchen wie Gastgewerbe, Gesundheits- und Pflegedienstleistungen oder Tourismus selbständig machen. 


Besonders erfreulich für Driftmann: Binnen sieben Jahren sei der Anteil der Gründerinnen bis 2010 von 32 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. 


Die Wirtschaftsregion mit den meisten Existenzgründerinnen bleibe mit 43 Prozent der Osten. In manchen IHK-Regionen mache der Gründerinnenanteil sogar 50 Prozent oder mehr aus. (uqrl)

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