01.06.2011 - Zuwanderer gründen deutlich seltener als Deutsche ein Unternehmen in einem wichtigen Schlüsselsektor, zum Beispiel in Maschinenbau, Chemie oder Softwareerstellung.
Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die Unternehmensgründungen in den so genannten wissensintensiven Sektoren von Deutschen und Zuwanderern verglichen hat.
Für die Studie wurden laut ZEW fast 4.500 Gründer mit Migrationshintergrund befragt, außerdem mehr als 133.000 deutsche Gründer und mehr als 2.000 gemischte Team-Gründungen.
Die Ergebnisse der ZEW-Studie im Überblick:
1. Menschen mit Migrationshintergrund haben nicht einmal eine halb so hohe Wahrscheinlichkeit wie Deutsche, ein Unternehmen in einer wissensbasierten Branche zu gründen.
2. Gründer mit Migrationshintergrund beschäftigen bei ihrer Gründung weniger Mitarbeiter als Unternehmen deutscher Gründer.
3. Unternehmer mit Migrationshintergrund sind bei ihrer Firmengründung in einer wissensintensiven Branche jünger und die Unternehmen haben eine kürzere Überlebensdauer.
4. Die untersuchten Gruppen unterscheiden sich nicht in Bezug auf Patentanmeldungen, einem Indikator für die Innovationskraft der Gründung.
Die Studie macht laut ZEW außerdem deutlich, dass sich die Zusammenarbeit von Unternehmensgründern mit und ohne Migrationshintergrund auszahlt.
Beispielsweise hätten gemischte Gründer-Teams durchschnittlich mindestens so viele Beschäftigte wie Unternehmen ausschließlich deutscher Gründer. Auch die Überlebenswahrscheinlichkeit sei ähnlich. (uqrl)