24.01.2011 - Frauen mit Migrationshintergrund gründen fast dreimal so häufig ein Unternehmen wie deutsche Frauen. Sie haben auch mehr Hürden zu bewältigen.
Das gehe aus einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) der Universität Mannheim hervor, berichtet das Portal impulse-gruenderzeit.de.
Das Gründerportal stellt die wichtigsten Ergebnisse der Studie vor, die das Institut anhand der Gründungssituation in Nordrhein-Westfalen ermittelt hat:
1. Die Gründungsquote von Frauen mit Migrationshintergrund ist fast dreimal so hoch wie die der deutschen Frauen. Migrantinnen gründen meistens vor allem deshalb, weil sie auf ein besseres Einkommen und auf ein höheres Ansehen hoffen.
2. Migrantinnen machen sich unabhängig von ihrer Herkunft vor allem im Dienstleistungsbereich selbständig. Dabei seien Chefinnen aus Polen und Russland vorwiegend im Gesundheitsbereich selbständig, Frauen aus Italien vor allem im Gastgewerbe.
3. Migrantinnen bilden häufiger aus als deutsche Unternehmerinnen: Die Ausbildungsquote betrage bei Frauen mit Migrationshintergrund 35 Prozent und bei deutschen Unternehmerinnen 20 Prozent.
Wie impulse-gruenderzeit.de berichtet, hätten Gründerinnen mit Migrationshintergrund mit mehr Hürden auf dem Weg in die Selbständigkeit zu kämpfen – das belegten zwei Beispiele aus der IfM-Studie:
1. Migrantinnen wird bei der Gründung häufiger ein Bankkredit verweigert als deutschen Frauen: Rund die Hälfte der Unternehmerinnen aus Polen und aus Russland habe eine Absage von der Bank erhalten. Die Folge: Nur jede dritte Unternehmerin mit Migrationshintergrund finanziert ihre Gründung mit Unterstützung einer Bank.
2. Migrantinnen kämpfen häufiger als Einheimische mit der deutschen Bürokratie. Außerdem seien sie psychisch eher belastet und ihnen fehlten häufiger kaufmännische Kenntnisse.
(uqrl)