05.01.2012 – Junge technologieorientierte Unternehmen, die mit Risikokapital (Venture Capital) finanziert werden, sind produktiver, wachsen stärker, investieren mehr und sind innovativer als Unternehmen ohne Risikokapital.
Das sind Ergebnisse des VICO-Projekts, das das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Europäischen Union durchgeführt hat. Für das Projekt wurden die Daten von 8.370 jungen, innovativen Unternehmen aus sieben europäischen Ländern untersucht, von denen 759 mit Risikokapital finanziert wurden.
Demnach weisen junge technologieorientierte Unternehmen insgesamt höhere Innovationsraten auf, wenn sie von Risikokapital-Gebern finanziert wurden.
Außerdem seien mit Risikokapital finanzierte Unternehmen krisenresistenter als andere. Das habe eine Betrachtung ihrer Entwicklung in der Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 gezeigt.
Das ZEW führt die erfolgreichere Entwicklung der mit Risikokapital finanzierten Unternehmen unter anderem darauf zurück, dass Venture-Capital-Geber sich bei ihren Investments vor allem auf die erfolgversprechendsten Kandidaten konzentrieren.
Laut ZEW entscheidet neben der Erfahrung vor allem der Typ des Venture-Capital-Gebers darüber, ob und wie stark die Produktivität, das Wachstum, die Investitionstätigkeit und die Innovationskraft von der finanziellen Unterstützung profitieren.
Konkret unterschied die Studie vier verschiedene Typen von Investoren von Venture-Capital (VC): öffentliche VC-Investoren, von Banken oder Versicherungen kontrollierte VC-Investoren, industrieabhängige (corporate) VC-Investoren und unabhängige VC-Investoren.
Generell hätten besonders die erfahrenen VC-Geber überdurchschnittlich positive Effekte auf Arbeitsplatz-Schaffung und Vermögensaufbau ausgeübt.
Unabhängige VC-Investoren übten vor allem einen positiven Einfluss auf die Produktivität und das Umsatzwachstum der Unternehmen aus.
Von der öffentlichen Hand kontrollierte VC-Investoren gaben wiederum vor allem dem Wachstum von technologieorientierten Gründern einen Schub.
Eine Beteiligung von zwei oder mehr privaten und öffentlichen VC-Gebern an einem Unternehmen führte zu besonders hohen Innovationsraten – vorausgesetzt, der private VC-Geber hatte die Führungsrolle inne.
Das VICO-Projekt wurde innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission gefördert.
Das Ziel des Projekts: ein besseres Verständnis für den Einfluss der Beteiligungsfinanzierung (Venture Capital und Private Equity) auf die wirtschaftliche Leistung von jungen innovativen Unternehmen in Europa. (uqrl)