So vermeiden Nachfolger Konflikte bei der Betriebsübergabe

Familienunternehmen

09.03.2011 - Streit kommt in den besten Familien vor – besonders, wenn es um die betriebliche Nachfolge geht. Wie Töchter und Söhne Konflikte vermeiden, lesen Sie hier.

Aus Sicht des Magazins Wirtschaftswoche bergen Streitigkeiten das größte Konkursrisiko bei der betrieblichen Nachfolge in Familienunternehmen.

Wirtschaftswoche erläutert, wie die Nachfolger Konflikten vorbeugen können:

1. Bereitschaft klären

Töchter und Söhne sollten vor der Nachfolge möglichst ein Studium fern der Heimat absolviert haben oder Erfahrungen in anderen Unternehmen gesammelt haben. Das hilft ihnen dabei, einen unverstellten Blick auf die Nachfolge des Familienbetriebes zu bekommen. 


Beispielsweise müssen sie sich im Klaren darüber sein, ob sie Verantwortung für die Mitarbeiter übernehmen wollen und eine hohe Arbeitsbelastung aushalten können. Auch ein Leben in der Provinz ist nicht für jedermann geeignet.

2. Übergabe terminieren

Der Junior sollte auf eine Vereinbarung zur Übergabe drängen, wenn die Nachfolge feststeht. Dazu kann auch eine Liste mit den Kompetenzen gehören, die er noch erwerben muss. Der Grund: Es droht eine permanente Prüfungssituation im Chefsessel, wenn die Nachfolge ohne Ziel und Zeitplan umgesetzt wird.

3. Meinung vertreten

Pflicht des Nachfolgers ist es, für eigene Überzeugungen selbstbewusst einzustehen – ohne dass das als Rebellion gegen die Eltern ausgelegt werden kann. Unbedingt notwendig sind dabei der Respekt für das Lebenswerk des Seniors und die Sensibilität für seine Situation.

4. Kompensation vereinbaren

Viele Betriebserben haben Geschwister. In diesem Fall droht eine verheerende Rachedynamik, bei der der Nachfolger gegensteuern muss. Er sollte nach Kompensationen für die Geschwister suchen, durch die diese den Freiraum für ihre eigene Entwicklung erhalten.

5. Zweifel artikulieren

Wenn Zweifel beim Junior bestehen, sollte er sie unbedingt ansprechen. Der Grund: Der Lebensweg ist meistens verbaut, wenn die Nachfolge ein paar Jahre später scheitert. Personalberater wissen: Manager Anfang 40 sind schwer zu vermitteln, wenn sie nur den eigenen Betrieb kennen. 


Der Nachfolger sollte deshalb eine Selbsterklärung aufstellen: Bin ich bereit? Habe ich den Mut, mich in eine völlig neue Situation zu begeben? Besitze ich die notwendige Kompetenz? Genieße ich das Vertrauen, dass wir das gemeinsam hinbekommen? 


(uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: