So vermeiden Senior-Unternehmer Konflikte bei der Betriebsübergabe

Familienunternehmen

14.03.2011 - Streit kommt in den besten Familien vor – besonders, wenn es um die betriebliche Nachfolge geht. Wie Senior-Unternehmer Konflikte mit ihren Betriebserben vermeiden, lesen Sie hier.

Das Magazin Wirtschaftswoche gibt fünf Tipps für Senior-Unternehmer, die Streit mit ihren Nachfolgern vermeiden wollen:

1. Frühzeitig planen

Der Rechtsanwalt und Berater Peter May empfiehlt Unternehmern ab 50 Jahre, über ihre Nachfolge nachzudenken.


Der Grund ist statistisch bedingt: Von den ersten Überlegungen bis zur endgültigen Übergabe an den Junior oder Fremdmanager vergehen Studien zufolge im Durchschnitt zehn Jahre.

2. Offen diskutieren

Seien Sie offen und ehrlich, wenn Sie sowohl dem Unternehmen als auch dem Betrieb gerecht werden wollen. Folgen Sie dazu diesen Prinzipien der Soziologin Bettina Daser: 


  • Alle Nachkommen verdienen eine Chance. 
  • Über alle Alternativen sollte ohne Vorbehalte diskutiert werden. 
  • Die Auswahlkriterien sollten allen Kindern bekannt gemacht werden. 
  • Die Entscheidung muss diskutiert und begründet werden. 
  • Es muss schnell nach einer neuen Lösung gesucht werden, wenn sich der Nachfolger nicht bewährt.

3. Konkret planen

Erstellen Sie einen Zeitplan, der Ihren Ausstieg festhält. Senior-Chefs vermeiden Frust, wenn Sie die Nachfolge schnell vorantreiben.


Der Grund liegt laut der Psychologin Daniela Eberhardt im so genannten Prinz-Charles-Phänomen: Viele Junioren im weisungsgebundenen Wartestand empfänden eine zu lange Wartezeit als Erniedrigung.

4. Schrittweise zurückziehen

Von Experten wird ein gleitender Übergang von Senior auf den Junior empfohlen. Dabei muss eindeutig herauskommen, wer für welche Kompetenzen und Aufgaben zuständig ist. Der Übergang sollte auch für die Mitarbeiter erkennbar sein, zum Beispiel, indem der Chef sein Büro abtritt.

5. Mit einer Selbsterklärung loslassen

Eine lückenlose Selbsterklärung hilft Ihnen, endgültig vom Unternehmen loszulassen. Der Psychologe Arist von Schlippe empfiehlt die Beantwortung folgender Fragen: 


  • Habe ich die Bereitschaft, loszulassen? 
  • Habe ich den Mut, mich in eine völlig neue Situation zu begeben? 
  • Hat der Junior die nötige Kompetenz? 
  • Habe ich das Vertrauen, dass wir es gemeinsam hinbekommen? 

(uqrl)

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