Start-ups sollen leichter an Risikokapital kommen

EU-Kapitalfonds

09.12.2011 - Nach dem Willen der EU-Kommission soll es künftig leichter werden, europaweit und nach einheitlichen Regeln Kapital für neu gegründete Firmen einzusammeln.

Entsprechende Vorschläge haben EU-Industriekommissar Antonio Tajani und EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier vorgestellt.

Vom einheitlichen Regelwerk zum EU-Vertriebspass

Konkret soll ein einheitliches "gemeinsames Regelwerk" für die Vermarktung von Fonds geschaffen werden – unter der Bezeichnung "Europäischer Risikokapitalfonds".

Ein einheitliches Konzept für die Klassifizierung der Anleger legt fest, wer in einen "Europäischen Risikokapitalfonds" investieren darf.

Die Verwalter der Risikokapitalfonds sollen einen "Europäischen Vertriebspass" erhalten, der in der gesamten EU gilt.

Gründungen mit Risikokapital sind erfolgreicher

Hintergrund: Bislang hätten Risikokapitalfonds keine größere Rolle bei der Anfangsfinanzierung gespielt – die Fonds seien meist zu klein und könnten nur eine geringe Kapitalmenge bereitstellen. Deshalb griffen viele europäische Start-ups auf Bankkredite zurück.

Der EU-Kommission zufolge zeigen Unterlagen jedoch, dass Unternehmen mit langfristigen Risikokapitalgebern erfolgreicher sind als Unternehmen, die sich durch kurzfristige Bankkredite finanzieren.

KMU werden innovativer und wettbewerbsfähiger

Größere Risikokapitalfonds können laut EU-Kommission außerdem mehr Kapital für einzelne Unternehmen bereitstellen und sich auf bestimmte Sektoren spezialisieren, zum Beispiel auf die Informationstechnologie, Biotechnologie oder Gesundheitsfürsorge.

Dies könne den KMU helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten zu verbessern.

Michel Barnier: "Wenn wir den Unternehmen helfen, innovativer und wettbewerbsfähiger zu werden, dann wird auch Risikokapital zum Aufbau der europäischen Unternehmen der Zukunft beitragen. Damit sie die vielversprechendsten Start-ups unterstützen können, müssen Risikokapitalfonds größer werden und ihre Investitionen diversifizieren."

Die nächsten Schritte

Der Vorschlag der EU-Kommission zum Risikokapital wird dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten übermittelt. Sie beraten und verabschieden die Vorschläge der EU-Kommission. (uqrl)

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