Unternehmer haben eine andere Persönlichkeit als Angestellte

Studie

17.03.2011 - Einer Untersuchung zufolge ist die Persönlichkeit eines Unternehmers anders als die eines Angestellten: Unternehmer sind offener, extrovertierter und risikofreudiger.

Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn gekommen. Die Studie habe den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Selbständigkeit untersucht.

Persönlichkeit entscheidet über Selbständigkeit

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Laut DIW-Forschungsdirektor Alexander Kritikos glauben Unternehmer wesentlich stärker, dass ihr beruflicher Erfolg vor allem von ihnen selbst und weniger von äußeren Umständen bestimmt wird. 


Die individuellen Persönlichkeitsmerkmale hätten aber nicht nur Einfluss darauf, ob sich ein Mensch in seinem Leben für die Selbständigkeit entscheidet. Sie wirkten sich auch auf den Erfolg aus. 


Kritikos: "Personen mit besonders hoher oder niedriger Risikofreude zum Beispiel haben im Durchschnitt weniger Erfolg in der Selbständigkeit als Personen mit einer mittleren Risikobereitschaft."

Persönlichkeitsmerkmale detailliert untersucht

Laut DIW sind etwa zehn Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland selbständig. Die Studie habe aber nicht untersucht, ob diese Minderheit andere Persönlichkeitsmerkmale aufweist als die Gruppe der Angestellten. 


Die Forscher hätten unter anderem Messungen im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) zur Risikobereitschaft und zur Kontrollüberzeugung genutzt. 


Entscheidend seien auch die so genannten "Big Five" gewesen, fünf Persönlichkeitsmerkmale in der Psychologie: Emotionale Stabilität, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit.

Risikobereitschaft und Kontrollüberzeugung zählen

Personen mit hohen Werten bei "Offenheit", "Emotionaler Stabilität" und "Extraversion" machen sich demnach häufiger selbständig. Dagegen kehrten Personen mit großer Verträglichkeit der Selbständigkeit schneller wieder den Rücken.


Auch hohe Werte bei Risikobereitschaft, bei der Kontrollüberzeugung und beim Vertrauen in andere Menschen wirkten sich positiv auf die Entscheidung aus, sich selbständig zu machen. 


Andere Merkmale wie die Impulsivität beeinflussen der Studie zufolge diese Entscheidung nicht.

Zur Studie des DIW und IZA

Das DIW Berlin ist das größte Wirtschaftsforschungsinstitut in Deutschland. Kernaufgaben sind die anwendungsorientierte Wirtschaftsforschung und die wirtschaftspolitische Beratung. 


Das IZA Bonn ist ein wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der Arbeitsökonomie. Neben der Grundlagenforschung widmet sich das Institut der Politikberatung zu Fragen des Arbeitsmarkts und erstellt Auftragsgutachten für Ministerien und andere öffentliche Auftraggeber. 


Das SOEP ist eine seit 1984 laufende Langzeitbefragung von 11.000 privaten Haushalten in Deutschland. Das SOEP gibt unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Familiensituation der Befragten. (uqrl)

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