04.10.2011 - Tradition und Mitarbeiterbindung sind beim Verkauf eines Familienunternehmens ebenso wichtige Bewertungskriterien wie die langfristige Strategie und die Stellung des Eigentümers.
Darauf weist Stefanie Schütt, Direktorin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in München, in einem Interview im Wissensteil des Wirtschaftsmagazins 'impulse' hin (Ausgabe 10/2011).
Demnach ist die Performance eines Familienunternehmens oft besser als die eines Konzerns – obwohl gerade kleinere Familienunternehmen in der Unternehmensbewertung als risikobehaftet gelten.
Beim Verkauf von Familienunternehmen müssten Faktoren berücksichtigt werden, die nicht direkt mit dem ökonomischen Wert des Unternehmens zusammenhängen. Das betreffe vor allem die langjährige Tradition und die starke Mitarbeiterbindung an das Unternehmen.
In Verkaufsverhandlungen könne es zu überhöhten Preisvorstellungen der Eigner kommen. Gerade deshalb sollten unabhängige Dritte die Ertragskraft des Unternehmens einschätzen.
Diese unabhängigen Dritten müssten dabei allerdings die Besonderheiten von Familienunternehmen berücksichtigen – etwa die langfristige Strategie oder die Stellung des Eigentümers. Schütt: "Wichtig ist stets der Einfluss, den die Familie auf das Unternehmen hat."
Nach einem Verkauf könne es sich als positiv erweisen, wenn die ehemalige Eignerfamilie das Unternehmen über einen Beirat weiterhin begleitet. "Aber das gelingt nur selten", so Schütt. (uqrl)