Angst vor Investoren aus dem Ausland meist unbegründet

Investoren

04.05.2011 - Betriebe im Auslandseigentum sind meist überdurchschnittlich produktiv und exportorientiert. Negative Folgen für Beschäftigte sind selten.


Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hervor. Autor Anselm Mattes: "Die Übernahme eines Unternehmens durch einen ausländischen Investor ist in der Regel nicht mit einem drastischen Beschäftigungsabbau verbunden."

Höhere Exportrate durch neue Netzwerke 
In den ersten zwei Jahren nach einer Übernahme zeigten sich bei der Beschäftigung und bei der Produktivität keine signifikanten Veränderungen im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen, die nicht von ausländischen Investoren übernommen worden waren.


Dagegen stieg die Exportrate bei den übernommenen Betrieben signifikant, so das Institut. Mattes führt die positiven Effekte darauf zurück, dass der Betrieb in das internationale Netzwerk eines multinationalen Unternehmens eingebunden wird.


Mattes: "Dies können Technologietransfers, Synergie- und Marktmachteffekte sein oder schlicht ein professionelleres Management."


Attraktiv: niedrige oder hohe Produktivität
Die Autoren untersuchten auch, durch welche Eigenschaften ein Betrieb für einen ausländischen Investor interessant ist. Ziel von Übernahmen waren danach sowohl Betriebe mit einer eher niedrigen als auch solche mit einer überdurchschnittlichen Produktivität.


Gerne übernommen würden Betriebe, die eine gute Marktstellung in Deutschland haben oder sehr exportstark sind: Laut DIW erschließen sie dem ausländischen Investor den deutschen Absatzmarkt.


Dagegen böten Unternehmen mit einer niedrigen Produktivität eine mögliche Produktivitätssteigerung, während Betriebe mit einer durchschnittlichen Produktivität relativ selten übernommen würden.


Die wenigsten Unternehmen sind in ausländischer Hand
Laut DIW befindet sich mit etwa drei Prozent nur ein kleiner Teil der deutschen Betriebe in ausländischem Eigentum. Diese Unternehmen beschäftigten etwa sieben Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland.


Sie seien nicht nur mehr als doppelt so groß wie inländische Betriebe, sondern auch produktiver und exportorientierter als der Durchschnitt der Betriebe.


Der Studie zufolge sind Firmen mit ausländischen Mehrheitseigentümern besonders häufig in Hamburg, Bremen, Berlin und Hessen angesiedelt. Dagegen finde man in den ostdeutschen Bundesländern nur wenige Unternehmen in Auslandseigentum. (uqrl)

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