10.06.2011 - Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat signalisiert, den Leitzins im Juli 2011 weiter anzuheben – ein Schritt, den der Bundesverband der Deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken (BVR) als folgerichtig begrüßt.
Der BVR rechnet damit, dass die europäischen Währungshüter den Leitzins von 1,25 auf 1,50 Prozent erhöhen werden.
BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin: "Die EZB bewegt sich mit dem angekündigten Zinsschritt einen Schritt weiter vom Krisenmodus in Richtung Normalität. Die Geldpolitik bleibt aber auch nach dem Zinsschritt stark expansiv ausgerichtet."
Bis zum Jahresende erwartet der BVR noch einen weiteren Zinsschritt der Notenbank auf 1,75 Prozent.
Laut Martin steht der derzeit niedrige Leitzins von 1,25 Prozent im Kontrast zur Erholung der europäischen Wirtschaft – es bestehe aktuell kein Risiko einer deflationären Entwicklung mehr.
Das schrittweise Anheben des Leitzinses auf einen Normalpegel werde durch die längerfristigen Inflationsrisiken gerechtfertigt.
Mittelfristig erwartet Martin für den Euroraum ein moderates Wirtschaftswachstum. Die europäische Wirtschaft sei intakt: Die Geldmenge und die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte wachsen laut BVR aktuell gedämpft.
Es sei außerdem richtig, dass die EZB sich bei der Leitzinserhöhung nicht an der aktuellen Inflationsrate von 2,7 Prozent orientiere.
Der Grund: Nach Ansicht des BVR wird der Preisdruck, der durch die verteuerten Rohstoffe entstanden ist, in der zweiten Jahreshälfte 2011 wieder zurückgehen – 2012 sei ein Anstieg der Verbraucherpreise unterhalb der Marke von zwei Prozent wahrscheinlich. (uqrl)