11.07.2011 - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Anfang Juli den Leitzins erhöht – eine schlüssige Entscheidung, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) befindet.
Konkret erhöhte sich der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent. Der EZB zufolge gilt dies ab dem 13. Juli 2011.
Der Leitzins bestimmt die Konditionen, mit denen sich die Banken Geld bei der Zentralbank leihen. Das beeinflusst wiederum die Konditionen von Krediten, die die Banken an Verbraucher oder Firmen vergeben.
Der BVR begrüße die aktuelle Leitzins-Erhöhung der EZB, so BVR-Vorstand Andreas Martin: "Mit ihrer Politik einer frühzeitigen und behutsamen Straffung des geldpolitischen Kurses befindet sich die Europäische Zentralbank auf dem richtigen Weg. Indem die EZB allmählich den Fuß vom Gaspedal nimmt, sorgt sie dafür, dass sie sich nicht mit zu großer Geschwindigkeit in unwegsames Gelände begibt."
Noch seien die langfristigen Inflationsrisiken überschaubar, so der BVR. Außerdem werde der Anstieg der Verbraucherpreise vor allem von den Energiepreisen getrieben und dürfte in den kommenden Monaten wieder zurückgehen.
Angesichts der Steigerung des Verbraucherpreises von 2,7 Prozent sei jedoch insgesamt Vorsicht angebracht.
Der BVR erwartet, dass die Wirtschaft des Euroraums 2011 und 2012 in etwa im Rahmen der Produktionsmöglichkeiten expandiert. Die Konjunktur benötigt nach Ansicht des BVR daher kaum noch niedrige Leitzinsen, die die Geldpolitik unterstützen. (uqrl)