BVR prognostiziert weitere Leitzinssenkung der EZB

Geldpolitik

25.11.2011 – Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins auf der nächsten Ratssitzung am 8. Dezember 2011 voraussichtlich um 25 Basispunkte auf 1,0 Prozent senken.

Das prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem aktuellen Konjunkturbericht. Damit befände sich der Leitzins wieder auf seinem Krisentief, das er vom Juni 2009 bis März 2011 eingenommen hatte.

Aktueller Leitzins ist niedrig genug

BVR-Vorstand Andreas Martin: "Die Anfang November dieses Jahres eingeleitete geldpolitische Kehrtwende der EZB ist vertretbar, aber nicht notwendig."

Auch mit Blick auf die sich abschwächende Konjunktur im Euroraum sei der aktuelle Leitzins bereits auf einem außerordentlich niedrigen Niveau, das die Konjunktur stütze. Auf weitere Zinssenkungen im Anschluss an den erwarteten Zinsschritt solle die EZB verzichten, so der BVR.

Risiken durch zu niedrige Zinsen

Extrem niedrige Zinsen über einen längeren Zeitraum seien mit mittel- und längerfristigen Risiken für die Finanzstabilität verbunden, stellt der BVR fest. Beispielsweise würden Investitionen begünstigt, die unter normalen Finanzierungsbedingungen nicht nachhaltig seien.

Darüber hinaus werde der Aufbau globaler Ungleichgewichte gefördert. Beispielsweise hätten die niedrigen Zinsen und eine günstige realwirtschaftliche Entwicklung vor der Finanzmarktkrise in mehreren EU-Staaten dazu geführt, dass Immobilienpreisblasen aufgebaut wurden. Außerdem hätten sich viele Privathaushalte und Unternehmen dadurch stark überschuldet. (uqrl)

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