Deutsche gespalten bei Erhöhung des Leitzinses

Umfrage

19.04.2011 - 42 Prozent der Deutschen halten die Leitzins-Erhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) für einen Fehler. Ebenso viele Deutsche befürworten diesen Schritt.

Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage der Kommunikationsberatung Faktenkontor unter 1.000 Deutschen. Die EZB hatte Anfang April 2011 den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent erhöht, um die Inflation im Euro-Raum einzudämmen.

Jetzt wird gespart statt gekauft

Laut Faktenkontor beeinflusst der Kurswechsel der EZB das Kaufverhalten der Bundesbürger: Der Umfrage zufolge möchte jeder dritte Deutsche wieder mehr Geld sparen und dafür weniger konsumieren. 


Aufgrund der Zinserhöhung kurzfristig in eine eigene Immobilie zu investieren, hielten dagegen nur 15 Prozent für den richtigen Schritt. 


Auch die Investition in eine Lebensversicherung aufgrund der Zinserhöhung sei bei zwei Dritteln der Deutschen nicht geplant.

BVR befürwortet Leitzins-Erhöhung

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) begrüßte die Erhöhung des Leitzinses. Vorstandsmitglied Andreas Martin: "Den Zeitpunkt für das Einläuten der Zinswende hat die Europäische Zentralbank richtig gewählt." 


Die Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes von 1,0 Prozent auf 1,25 Prozent sei konsequent, da sich der Inflationsausblick seit Anfang des Jahres eingetrübt habe. Bis zum Ende des Jahres rechnet Martin mit zwei weiteren Zinsschritten auf dann 1,75 Prozent.

BVR: Finanzmärkte stabiler durch Leitzins-Erhöhung

Die allmähliche Erhöhung des Leitzinses habe Vorteile, so der BVR: Mit der Erhöhung des Leitzinses könne die EZB ihrem Stabilitätsziel nachkommen, ohne die wirtschaftlich schwächeren Eurostaaten zu überfordern.


Die Verspannungen und Belastungen durch die Finanzmarktkrise hätten sich noch nicht durchgreifend gelöst.


Eine langsamere Gangart solle die EZB nur einschlagen, wenn der Euro auf den Devisenmärkten spürbar an Wert gewinne, da in diesem Fall auch die Inflationsgefahren zurückgingen, so Martin. (uqrl)

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