18.02.2011 - Familienunternehmen finanzieren sich lieber aus eigenen Gewinnen, um sich die Unabhängigkeit zu sichern. Sie scheuen Fremdkapital eher als Publikumsgesellschaften.
Das gehe aus der Studie "Familienunternehmen 2010/2011" des Beratungsunternehmens Auxilion hervor, berichtet das Unternehmermagazin impulse.de.
Demnach ist den 127 befragten Führungskräften der Familienunternehmen eine Finanzierung durch Eigenkapital wesentlich lieber als durch Gelder von Investoren: Für 86 Prozent seien die eigenen Gewinne die bevorzugten Finanzierungsquellen.
Erst danach folgten Fremdkapitalquellen wie Bankkredite (74 Prozent), Gesellschafterdarlehen (62 Prozent) sowie Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung (44 Prozent).
Allerdings hätten auch mehr als zwei Drittel der Befragten zugegeben, dass Familienunternehmen einen schlechteren Zugang zu den Kapitalmärkten hätten als Publikumsgesellschaften.
Fast drei Viertel der Befragten seien davon überzeugt, dass Familienunternehmen eine höhere Eigenkapitalquote als Publikumsgesellschaften haben. Weitere 21 Prozent stimmten dem teilweise zu.
Der Studie zufolge scheine die Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern aus Sicht der Familienunternehmen unvereinbar mit generationenübergreifendem Denken.
Das Ziel von Publikumsgesellschaften sei die Gewinnmaximierung nach dem Shareholder-Value-Ansatz.
Bei Familienunternehmen sei es dagegen wichtiger, die Unternehmensexistenz langfristig zu sichern und den Unternehmenswert sicherheitsorientiert zu steigern – unabhängig von kurzfristig orientierten Investoren und den kritischen Meinungen von Analysten. (uqrl)