Große Familienunternehmen strotzen vor Finanzkraft

Untersuchung

03.11.2011 – Große Familienunternehmen verfügen über eine deutlich stärkere Finanzkraft als andere deutsche Unternehmen – auch nach der Wirtschaftskrise.

Das zeigt eine Untersuchung der 500 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen der Wirtschaftsauskunftei Bürgel und der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner. Gemessen worden seien die Kennzahlen Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrendite und Liquiditätskennzahl.

Hohe Eigenkapitalquote noch einmal gesteigert

Im Betrachtungszeitraum 2007 bis 2010 steigerten die Familienunternehmen ihre Eigenkapitalquote laut Untersuchung um rund acht Prozentpunkte auf durchschnittlich 53,7 Prozent.

Obwohl das Zinsniveau von 2007 bis 2010 jährlich gesunken sei, hätten sich die meisten Familienunternehmen vor allem über ihr operatives Geschäft refinanziert. Insbesondere im Geschäftsjahr 2010 verringerten sie ihre Fremdkapitalquote.

Weniger Schulden und mehr Unabhängigkeit

Daniel Mitulla, Projektleiter Prozess- und Organisationsberatung von Rödl & Partner: "Familienunternehmen haben im Schnitt geringere Schulden als die Unternehmen der Gesamtwirtschaft. Ihre wichtigste Kapitalquelle ist das eigene operative Geschäft. So sind sie unabhängig vom konjunkturellen Umfeld."

Im Jahr 2010 stieg der Anteil der familiengeführten Unternehmen, die von externen Finanzierungen besonders unabhängig sind, auf 57,8 Prozent. Dieser Wert liege nur knapp über dem Vorkrisenniveau von 2007 (57,6 Prozent) – und sei auf sinkende Fremdkapitalquoten und geringe Nettoverbindlichkeiten zurückzuführen.


Unterm Strich verfügten die umsatzstärksten Familienunternehmen in nahezu allen Branchen durchschnittlich über eine höhere Liquidität als Unternehmen der Gesamtwirtschaft. (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: