25.03.2011 - Fast 57 Prozent der deutschen Handwerksbetriebe möchten 2011 investieren. Dabei ist nur rund ein Drittel der Betriebe ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet.
Dazu hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mehr als 3.000 Betriebe befragt. Demnach wollen 2011 rund sieben Prozent mehr Handwerksbetriebe Investitionen durchführen als 2010.
Im Fokus von rund 63 Prozent der investitionswilligen Betriebe lägen vor allem Maschinen und Werkzeuge. Auf fast 44 Prozent leicht zugenommen habe der Anteil derer, die ihre Kapazitäten erweitern wollen.
Am höchsten sei der Anteil der investitionsbereiten Betriebe im Nahrungsmittelhandwerk (67 Prozent der Befragten), gefolgt vom Metallhandwerk (66,3 Prozent) und dem Bauhauptgewerbe (58,6 Prozent).
Laut Creditreform hat jedoch die Eigenkapitalausstattung der Handwerksbetriebe durch die Wirtschaftskrise gelitten.
Rund 36 Prozent der Betriebe weisen der Umfrage zufolge eine Eigenkapitalquote auf, die im Verhältnis zur Bilanzsumme unterhalb der Marke von zehn Prozent liegt. Damit gelten derzeit gut zwei Prozent mehr Betriebe als 2010 als schwach kapitalisiert.
Eine solide Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent weisen laut Creditreform nur knapp 14 Prozent der Handwerksbetriebe auf – mehr als zwei Prozent weniger als im Vorjahr.
Durch die deutlich verbesserte Wirtschaftslage habe sich aber das Risiko für eine Insolvenz reduziert: Im Handwerk registrierte Creditreform im vergangenen Jahr 6.230 Unternehmensinsolvenzen. Das seien fast vier Prozent weniger als 2009.
Als einen schwerwiegenden Belastungsfaktor für die Entwicklung 2011 habe das Handwerk die markanten Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen genannt.
Für rund 43 Prozent der Handwerker sei dieser Preisauftritt die größte Gefahr für die Konjunktur 2011. Lediglich vier Prozent der befragten Handwerker sehen Creditreform zufolge derzeit keine Konjunkturrisiken. (uqrl)