14.09.2011 - Vier von fünf Mittelständlern lehnen den Einstieg eines Finanzinvestors ab, obwohl sie die Vorteile durchaus anerkennen. Der Grund: die Furcht vor dem Kontrollverlust.
Das ist ein Ergebnis der Studie "Transaktionen im Mittelstand - Bestandsaufnahme und Ausblick" unter mehr als 500 mittelständischen Unternehmen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.
Demnach lehnen über 80 Prozent den Einstieg eines Investors ab, obwohl die Mehrzahl der befragten Unternehmen in der Beteiligung einer Private-Equity-Gesellschaft grundsätzlich Vorteile erkennt.
Das gewichtigste Argument der Mittelständler gegen Beteiligungskapital: die Furcht vor dem Verlust der unternehmerischen Unabhängigkeit. Zwei Drittel der Befragten glauben der Studie zufolge, dass sie ihre Entscheidungshoheit (teilweise) abtreten müssen, wenn ein Finanzinvestor einsteigt.
Knapp jeder zweite Mittelständler halte die Strukturen und Motive von Beteiligungsgesellschaften für zu wenig transparent. Gut jeder dritte Befragte gehe von Konflikten zwischen den Investoren und dem Betrieb aus, weil ihre Unternehmenskulturen unterschiedlich seien.
Rund 30 Prozent der Befragten sprechen Finanzinvestoren laut PwC die notwendige soziale Kompetenz für den Umgang mit Unternehmen und Mitarbeitern ab. Dagegen fielen Zweifel an den unternehmerischen Fähigkeiten und Zielen der Investoren kaum ins Gewicht.
Jedoch sähen viele Mittelständler auch die positiven Seiten von Beteiligungskapital: Drei Viertel der befragten Mittelständler bewerteten den Einstieg eines Finanzinvestors als grundsätzlich positiv für die Kapitalstruktur und -versorgung ihres Unternehmens.
Außerdem glaube jeder dritte Befragte, dass die externe Expertise einen Zugewinn für das Unternehmen bedeuten kann. Auch von einer professionelleren Unternehmensführung geht laut Umfrage gut jeder vierte aus. (uqrl)