14.10.2011 – Fast jeder dritte Mittelständler hat in den letzten Monaten mehr Gewinn eingefahren. Knapp jeder zweite plant demnächst eine Investition.
Das geht aus der Herbst-Befragung der Auskunftei Creditreform hervor. Demnach hat sich die Innenfinanzierung im Mittelstand vom Sorgenkind zur Finanzierungsquelle gewandelt: Nur 18 Prozent der Befragten mussten in den letzten Monaten Gewinneinbußen hinnehmen – nach 43 Prozent im Krisenjahr 2009.
Die Folge: Mit 28,7 Prozent verfügen laut Creditreform so viele Unternehmen wie noch nie über eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent. Vor zehn Jahren habe dieser Anteil erst bei knapp 17 Prozent gelegen.
Fast 30 Prozent der befragten Unternehmen weisen dagegen eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent auf und gelten damit als unterkapitalisiert. Überdurchschnittlich hoch sei dieser Anteil wiederum im Baugewerbe mit mehr als 36 Prozent.
Knapp die Hälfte der Befragten wird der Umfrage zufolge in den kommenden Monaten ein Investitionsvorhaben durchführen. Einen noch höheren Anteil habe es zuletzt 2007 gegeben. Besondere Investitionsfreude zeigten demnach die Industrie (52,4 Prozent) und der Dienstleistungssektor (50,3 Prozent).
Die meisten Unternehmen (60,4 Prozent) hätten dazu ihr Investitionsbudget aufgestockt. Geplant seien Ersatzinvestitionen und der Ausbau der Produktionskapazitäten.
Zuversichtlich beurteilen die Mittelständler ihre weitere Umsatzentwicklung: 28,7 Prozent der befragten Unternehmen rechnen laut Creditreform mit einem Umsatzplus. Rückgänge beim Umsatz befürchte jeder Neunte (11,3 Prozent).
Allerdings seien die Mittelständler im Vorjahr noch optimistischer gewesen: 2010 habe nur knapp jeder Dritte Zuwächse beim Umsatz erwartet und nur jeder Zehnte mit Rückgängen gerechnet.
Nur das Baugewerbe habe eine mehr optimistische Umsatzprognosen abgeliefert: 21,3 Prozent der befragten Baubetriebe blicken der Umfrage zufolge zuversichtlich in die kommenden Monate – nach 18,6 Prozent im Vorjahr. Damit weist dieser Sektor jedoch weiterhin die niedrigste Quote auf.
Unter den Dienstleistern äußerten sich 30,6 Prozent zuversichtlich (Vorjahr: 37,3 Prozent), im verarbeitenden Gewerbe 30,0 Prozent (Vorjahr: 34,4 Prozent) und im Handel 28,2 Prozent (Vorjahr: 34,4 Prozent). (uqrl)