05.01.2012 – 56 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden eine Freundschaftsanfrage ihres Chefs in einem sozialen Netzwerk ablehnen.
Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom hervor. Demnach würde nur knapp jeder fünfte der berufstätigen Mitglieder einer Online-Community eine solche Freundschaftsanfrage mit Sicherheit annehmen, ebenso viele würden sie wahrscheinlich annehmen.
Laut Umfrage würden 36 Prozent ihren Chef dagegen auf keinen Fall als Freund hinzufügen, 20 Prozent eher nicht. Und nur eine kleine Minderheit von zwei Prozent habe selbst eine Freundschaftsanfrage an den Chef geschickt.
Bei der Entscheidung spiele die individuelle Beziehung zum Arbeitgeber eine große Rolle, so Tobias Arns, Social Media Experte des Bitkom: "Wer mit seinem Chef per Du ist und regelmäßig auf ein Bier geht, wird ihn bei Facebook schwerlich als Freund ablehnen können. Bevor man Freundschaftsanfragen seines Chefs annimmt, sollte man sich aber auf jeden Fall genau überlegen, welche Profildetails oder Einträge er sehen darf."
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Frauen sind in der Ablehnung deutlich rigoroser als Männer. 63 Prozent würden ihren Vorgesetzten als Online-Freund abblitzen lassen, verglichen mit lediglich 50 Prozent der Männer.
Zwischen den Altersklassen stechen in der Umfrage die 30- bis 49-Jährigen hervor: Nur jeder zweite von ihnen würde den Chef sicher oder wahrscheinlich abblitzen lassen. Bei den übrigen Altersgruppen sind es jeweils über 60 Prozent.
Arns fordert die Vorgesetzten zu Fingerspitzengefühl auf: "Die meisten Mitarbeiter empfinden Freundschaftsanfragen ihrer Vorgesetzten offenkundig eher als Nötigung, weniger als besondere Auszeichnung. Das sollte sich jeder Vorgesetzte bewusst machen, bevor er eine Freundschaftsanfrage stellt."
Arbeitgeber hätten auch in der Online-Welt die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter zu respektieren. (uqrl)