Bedarf an IT-Fachkräften in der Wirtschaft deutlich gestiegen

Arbeitsmarkt

24.10.2011 – Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der freien Arbeitsplätze für IT-Experten um 36 Prozent gestiegen. Die Gehälter in der Hightech-Branche haben um fast fünf Prozent zugelegt.

Das geht aus einer Umfrage des Hightech-Verbandes Bitkom unter 1500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen hervor. Demnach gibt es derzeit rund 38.000 freie Stellen für IT-Experten – 10.000 Stellen mehr als im Vorjahr.

Software-Spezialisten gesucht

Laut Umfrage entfallen rund 16.000 der offenen Stellen für IT-Experten auf die ITK-Branche, der Großteil davon auf Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen.

Entsprechend hoch sei der Bedarf an Software-Entwicklern: 84 Prozent der ITK-Unternehmen mit freien Arbeitsplätzen suchen laut Bitkom Software-Spezialisten für die Entwicklung neuer Anwendungen.

40 Prozent benötigen Marketing- und Vertriebsexperten und 36 Prozent IT-Berater. Bei den Anwendern von ITK-Lösungen in anderen Wirtschaftszweigen gebe es rund 22.000 freie Jobs. Hier suchten 59 Prozent der befragten Unternehmen IT-Administratoren, die für den reibungslosen Betrieb von Hard- und Software in der Organisation sorgen.

Nach Einschätzung der befragten Firmen hat sich parallel der Fachkräftemangel verschärft: 58 Prozent sehen der Umfrage zufolge einen Mangel an IT-Spezialisten. Das ist ein höherer Wert als in den Boom-Jahren 2007 und 2008.

Gehälter um fast fünf Prozent gestiegen

In der Folge dieser Entwicklung seien die Gehälter von IT-Experten gestiegen. Nach einer Untersuchung der Personalberatung Kienbaum für den Bitkom steigen die Gehälter von IT-Spezialisten in der ITK-Branche im laufenden Jahr im Schnitt um 4,7 Prozent. Andere Fachkräfte verdienen in der gesamten Industrie nur durchschnittlich 2,7 Prozent mehr.

Im Jahr 2010 erhielten Vollzeitbeschäftigte in der ITK-Wirtschaft ein Bruttojahresgehalt von durchschnittlich 60.100 Euro. Damit lag die Hightech-Branche nach Angaben des Bitkom noch vor den Energieversorgern mit rund 59.400 Euro Bruttojahresgehalt, der chemischen Industrie mit 54.600 Euro oder dem Fahrzeugbau mit 54.500 Euro.

Mit Praktika gegen den Fachkräftemangel

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, bieten laut Umfrage zwei Drittel der befragten Unternehmen Praktika oder Werkstudenten-Jobs an. 54 Prozent bildeten in unterschiedlichen Berufen selbst aus.

Damit liegt die ITK-Branche deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Industrie von rund 30 Prozent. Jeweils 43 Prozent kooperieren mit Schulen oder Hochschulen. (uqrl)

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