17.02.2011 - Deutschlandweit werden 11,2 Millionen Nutzer in diesem Jahr regelmäßig über das Internet telefonieren – ein Anstieg um fast 14 Prozent gegenüber 2010.
Das prognostiziert der Hightech-Verband Bitkom. Grundlage der Prognose seien aktuelle Daten des European Information Technology Observatory (EITO).
Der Verband erklärt, worauf Nutzer bei der Internet-Telefonie achten sollten:
1. Für die technische Voraussetzungen sorgen
Für VoIP (Voice over Internet Protocol) ist ein schneller Internetzugang per DSL oder Kabel notwendig. Langsame Internetverbindungen von weniger als einem Mbit/s werden nicht nicht von allen Anbietern unterstützt.
Auch die Sprachqualität leidet. Eine Internet-Flatrate ist zu empfehlen. Und: Wer am PC telefoniert, sollte möglichst über einen Kopfhörer mit Mikrofon (Headset) verfügen.
2. Das alte Telefon weiter nutzen
Nutzer können herkömmliche Festnetz- und Schnurlos-Telefone sowie Telefonanlagen weiter nutzen, wenn sie einen VoIP-Adapter integrieren.
Im einfachsten Fall ist der VoIP-Adapter in das Internetmodem integriert. Solche Zugangsboxen bieten viele Telefon- und Internet-Anbieter an, wenn ein Laufzeitvertrag abgeschlossen wird.
3. VoIP-Anbieter wählen und Tarife vergleichen
Die nötigen Verträge können bei zahlreichen Anbietern abgeschlossen werden. Kunden können wählen zwischen Pauschaltarifen für Gespräche ins Festnetz und Tarifen, die nach Minuten abgerechnet werden.
Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom eigenen Verhalten beim Telefonieren ab. Beim Vergleich sollte man darauf achten, was Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten. Manchmal bieten auch bisher genutzte Festnetzanbieter oder Call-by-Call-Dienste ähnlich niedrige Tarife wie VoIP-Anbieter.
4. Unterschiedliche Vorwahlen bedenken
Bei Abschluss eines VoIP-Vertrages kann der Kunde seine Telefonnummer in der Regel zum neuen Anbieter mitnehmen oder er bekommt eine neue Rufnummer. Diese hat je nach Anbieter die gewohnte Ortsvorwahl, die vom Wohnsitz abhängig ist, oder eine spezielle 032-Vorwahl.
Die Kosten für Anrufe zu solchen Nummern variieren allerdings: Oft sind Anrufe zu 032-Anschlüssen nicht in den Flatrates für Festnetzgespräche enthalten, weil diese nur für normale Ortsvorwahlen gelten. Ein Vorteil der 032-Nummer ist, dass sie nicht ortsgebunden ist. Wer umzieht, kann sie quer durch Deutschland mitnehmen.
5. Kostenlos telefonieren per Instant Messenger
Völlig kostenfrei kann im Internet über Sofortnachrichten-Dienste telefoniert werden, zum Beispiel über Skype, ICQ, Windows Live Messenger und Mac Messenger.
Für solche Gratistelefonate müssen beide Gesprächspartner vor dem PC sitzen und beim gleichen Dienst angemeldet sein. Dann ist mit einer Webcam sogar Videotelefonie mit mehreren Gesprächsteilnehmern möglich.
Anrufe zu normalen Telefon- oder VoIP-Anschlüssen sind damit aber gar nicht oder nur gegen zusätzliche Gebühren möglich.
(uqrl)