29.03.2011 - Nach dem Willen des Bundesinnenministers soll sich die deutsche Wirtschaft selbständig vor IT-Attacken schützen.
Das Bundesinnenministerium dränge die deutsche Industrie deshalb zum Aufbau privater Cyberabwehrzentren, berichtet das Magazin Wirtschaftswoche.
Besonders die lebenswichtigen Branchen sollen demnach für den Ernstfall gerüstet sein und ohne Zeitverzug auf Angriffe im Netz reagieren können, beispielsweise die Branchen Energie, Wasser, Telekommunikation und Banken.
Am 1. April 2011 nimmt das neue Cyberabwehrzentrum des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seine Arbeit auf, so die Wirtschaftswoche. An IT-Sicherheit sei das aber nicht genug.
Der Grund für den Vorstoß des Innenministers: Angesichts der Japan-Katastrophe werden jetzt offenbar auch die Risiken und Folgen von Web-Attacken neu bewertet.
Laut Wirtschaftswoche wird deshalb verspätet eine Unterstützung eingefordert, die bereits zugesagt wurde: Schon vor vier Jahren hatten 30 Industrievertreter mit dem Bundesinnenministerium einen "Nationalen Plan zum Schutz kritischer Infrastrukturen" verabschiedet. Darin verpflichteten sich die Firmen, für jede Branche Cyber-Abwehrzentrum einzurichten.
Aktiv wurde aber bisher erst die Versicherungsbranche, die die erste private Cyberpolizei beschäftige. Der Wirtschaftswoche zufolge patrouillieren fünf IT-Experten rund um die Uhr in den Kommunikationsnetzen der Versicherer – sie suchten nach Auffälligkeiten im Netz und wehrten Cyberattacken ab.
Wichtiges werde sofort an die Mitglieder des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft sowie an das BSI weitergeleitet.
An diesem Vorbild sollen sich jetzt die anderen Branchen orientieren. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will mehr Sicherheit im Netz: Demnächst will er laut Wirtschaftswoche die Mitglieder einer eigenen Task Force vorstellen, die sich speziell um die IT-Sicherheit kleiner und mittlerer Unternehmen kümmert. (uqrl)