Lieferengpässe bei japanischen Produkten ab Ende April erwartet

Umfrage

18.04.2011 - Deutsche Hersteller und Händler erwarten ab Ende April Lieferengpässe bei japanischen Produkten, zum Beispiel bei Kameras, Handys und Laptops.


Das sei das Ergebnis einer Umfrage der Financial Times Deutschland (FTD), wie die Zeitung in ihrer Ausgabe vom 18. April 2011 berichtet.

Demnach bekommen gut einen Monat nach der Katastrophe in Japan erstmals Europas Verbraucher die Folgen von Produktionsausfällen zu spüren.

Einschränkungen bei Produkten und Vorprodukten

Die Händler erwarten merkliche Einschränkungen im Sortiment bei Produkten wie Kameras, Handys, Laptops oder LCD-Fernsehern, die auf Komponenten aus Japan angewiesen sind oder in dem Land gefertigt werden. 


Probleme gebe es etwa beim Kamera- und Elektronikhersteller Canon sowie beim Elektronikkonzern Sony.


Als besonders heikel gelten laut FTD Vorprodukte, auf die Hersteller aus Japan spezialisiert sind, zum Beispiel Chemikalien für den Bau von Handybatterien. Zulieferer aus anderen Ländern könnten hier nur schwer einspringen.


Bei manchen solcher Produkte drohten sogar "auf zwei bis drei Jahre hinaus Lieferengpässe", sagte Thomas Sedran, Managing Director der Unternehmensberatung Alix Partners gegenüber der FTD.

Autokäufer müssen warten

Auch Käufer japanischer Autos müssen sich laut FTD auf längere Wartezeiten einstellen. 


Beispielsweise habe der japanische Autohersteller Toyota angekündigt, nun auch in seinen europäischen Werken die Produktion im April und im Mai an einigen Tagen zu stoppen. Zuvor hatte der Konzern die Fertigung in den USA stark gedrosselt.

Hintergrund: Katastrophe in Japan

Das Erdbeben und der Tsunami zerstörten viele Fabriken im Norden Japans, die Bauteile für die ganze Welt fertigen. Außerdem schränken nach wie vor ständige Stromausfälle die Industrieproduktion im Land ein. 


Bisher seien die Folgen der Katastrophe in Japan für europäische Verbraucher kaum spürbar gewesen: Viele Händler hätten die unterbrochenen Lieferketten mit Lagerbeständen überbrücken können. Dies dürfte sich nun der Umfrage zufolge ändern. (uqrl)

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