Optimaler Viren-Schutz ist gratis nicht zu haben

IT-Sicherheit

06.01.2012 – Ein Test der Fachzeitschrift Computerbild zeigt: Wer meint, dass er mit einer kostenlosen Antiviren-Software völlig sicher vor Schadprogrammen ist, liegt falsch.

Die Prüfer von Computerbild (Heft 2/2012) haben die drei am weitesten verbreiteten Gratis-Antiviren-Programme mit fünf kostenpflichtigen Schutzpaketen verglichen und die Versprechen der Hersteller auf den Prüfstand gestellt.

Viele Werbeversprechen sind haltlos

Demnach haben Bezahlprogramme und Gratis-Software eine Gemeinsamkeit: Die Hersteller vermitteln den Eindruck, dass man sich nach der Installation keine Sorgen mehr machen muss.

Die Tester entlarvten jedoch einige Werbeversprechen als leere Worthülsen. Beispiel McAfee: Dem Hersteller zufolge sollen Nutzer der Software Internet Security 2012 "Sorglos im Netz surfen" können. Fakt sei: Bei mehr als 22 Prozent der in Internetseiten versteckten Bedrohungen kam es trotz der McAfee-Software zur Infektion des Computers.

G Data wiederum behaupte, seine Internet Security 2012 arbeite "Einfach. Sicher. Ressourcenschonend". Dabei landete ausgerechnet dieser Testkandidat bei den Geschwindigkeitsmessungen auf dem letzten Platz. Der Aufbau von Internetseiten dauerte anderthalb mal so lang und auch der Computerstart verlangsamte sich erheblich.

Nur Bezahlprogramme wehren Schädlinge zu 100 Prozent ab

Insgesamt habe der Test gezeigt: Wer optimalen Schutz will, muss dafür bezahlen. Im Test wurden Hunderttausende Schädlinge auf die Kandidaten losgelassen. Dabei wehrten laut Computerbild nur die Bezahlprogramme von G Data, Kaspersky und Symantec alle Angriffe erfolgreich ab.

Kaspersky Internet Security 2012 (Testergebnis: 2,16; Preis: 49,95 Euro) schnitt mit der besten Virenerkennung als einziger Kandidat mit dem Testergebnis "gut" ab. Das Programm blockte jeden Schädling, bevor sich dieser in den PC einschleusen konnte, vernichtete als einziges Paket alle aktiven Schadprogramme – und sicherte sich so den Testsieg.

Das günstigste Kaufprogramm von McAfee schaffte in der Endnote ein "befriedigend" (Testergebnis 3,21; 4. Platz; Preis: 30,95 Euro).

Gratis-Programme mit gefährlichen Lücken

Die drei Gratis-Programme von AVG, Avast und Avira seien insgesamt nicht über den 5. Platz hinausgekommen.

Außerdem beinhalteten nicht alle kostenlosen Programme eine verhaltensbasierte Erkennung. Diese Methode entlarvt Schadprogramme anhand typischer, verdächtiger Verhaltensmuster – was laut Computerbild immer wichtiger wird. (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: