Rohstoffmangel gefährdet Zukunft der deutschen Wirtschaft

KfW-Studie

23.11.2011 – Rohstoffe sind für einige Produktionszweige der deutschen Wirtschaft wichtig, vor allem für Zukunftstechnologien. Die Versorgungslage für 13 bedeutende mineralische Rohstoffe ist allerdings kritisch.

Zu diesem Ergebnis kommt die KfW-Studie "Kritische Rohstoffe für Deutschland". Die Studie stuft die künftige Versorgungslage von 13 mineralischen Rohstoffen als "kritisch" bzw. "sehr kritisch" ein.

Zu den "sehr kritischen" Rohstoffen zählen laut KfW Germanium, Rhenium und Antimon, zu den "kritischen" Indium, Wolfram, Seltene Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Niob, Chrom und Bismut.

Keine Zukunftstechnologie ohne Rohstoffe

Die identifizierten Rohstoffe seien überwiegend den seltenen Metallen zuzuordnen. Sie seien bedeutsam für viele Zukunftstechnologien, zum Beispiel Elektromobilität, Informations- und Kommunikationstechnik. Wichtig seien sie außerdem für den nachhaltigen Umbau der Energieversorgung.

Beispielsweise werde Germanium für die Glasfaserkabelproduktion eingesetzt, Rhenium für hocheffiziente Gasturbinen für Kraftwerke, Seltene Erden für Magnete der Windkrafttechnologie, für Batterien der Elektromobilität und in der Informations- und Kommunikationstechnik.

Gallium und Indium werden laut KfW für die Dünnschicht-Photovoltaik benötigt, Wolfram bei den Hartmetallen in Schneidwerkzeugen und verschleißfesten Werkzeugen sowie Zinn zur Herstellung von Weißblech.

Deutschland von Importen abhängig

Laut Norbert Irsch, dem Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, ist eine sichere und bezahlbare Versorunge mit mineralischen Rohstoffen für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung: "Insbesondere bei den Metallrohstoffen und bei vielen Industriemineralien ist Deutschland stark von Importen abhängig."

Die Risiken bei der Versorgung entstehen der KfW zufolge vor allem, weil sich die globale Rohstoffproduktion auf wenige Länder konzentriert. Beispielsweise fördere die Volksrepublik China unter anderem Germanium, Antimon, Seltene Erden und Wolfram.

Knappheit heizt Rohstoff-Wettbewerb an

Bei einzelnen Rohstoffen gebe es darüber hinaus Marktrisiken durch ein geringes Verhältnis von den globalen Reserven zur globalen Produktion – hier drohten mittel- bis langfristig Versorgungsengpässe. Dies sei unter anderem bei den Rohstoffen Antimon, Chrom, Germanium, Silber und Zinn der Fall.

Auch das Recycling einiger kritischer Rohstoffe sei aufgrund ihrer kleinteiligen und räumlich verteilten Verwendung erschwert, etwa bei Gallium und Seltenem Erden. (uqrl)

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