Smartphones und Co. gefährden deutschen Mittelstand

Wirtschaftskriminalität

18.11.2011 – Drei von vier Unternehmen in Deutschland planen, ihre Mitarbeiter vermehrt mit mobilen Endgeräten auszustatten – obwohl diese ein Sicherheitsrisiko sind.

Wie der IT Full Service Provider Info AG informiert, warnt das Bundeskriminalamt (BKA) ausdrücklich vor mobilen Geräten als Einfallstor für Cyber-Kriminalität: Laut dem jüngsten Lagebericht des BKA entwickeln sich Smartphones, Tablet-Computer und Notebooks aufgrund ihrer Internetfunktionen zunehmend zum Sicherheitsrisiko für sensible Unternehmensdaten.

Beispielsweise nutzten Kriminelle Smartphones gezielt, um in Firmennetzwerke einzudringen oder Passwörter auszuspähen.

Mittelständler unterschätzen das Risiko

Jedoch unterschätzten viele Unternehmen die Bedrohungslage zum Teil deutlich: 40 Prozent der Mittelständler verfügen dem BKA zufolge über keine ausreichenden Mechanismen, um ihre Daten wirksam zu schützen. Zu diesem Ergebnis komme die aktuelle Entscheider-Studie "IT-Perspektiven 2020 - Trendradar Mittelstand" der Info AG.

Frank von Allwörden, Geschäftsführer der Info-AG-Tochter Info CS GmbH: "Über speziell für Smartphones entwickelte Schadsoftware verschaffen sich Cyber-Kriminelle immer häufiger Zugang zu kritischen Unternehmensinformationen."

Beispielsweise bestehe die Gefahr, dass Unbefugte in das Firmennetzwerk eindringen und SMS-basierte Authentifizierungssysteme aushebeln. Von kommerziellen Firewalls und herkömmlichen Virenscannern für den privaten Gebrauch würden diese Schädlinge häufig übersehen, so von Allwörden.

IT-Verantwortliche beugen nicht vor

Unternehmen vergrößern das Sicherheitsrisiko im eigenen Haus noch zusätzlich, indem sie Mitarbeiter ausdrücklich ermutigen, mobile Endgeräte zu nutzen. In der Regel werde private Hardware in den IT-Sicherheitsrichtlinien nicht berücksichtigt.

Von Allwörden: "Drei von fünf IT-Verantwortlichen wissen nicht einmal, ob und in welchem Umfang Mitarbeiter beispielsweise über ihr eigenes Smartphone sensible Firmen- und Kundendaten abrufen. Damit entgleitet den IT-Verantwortlichen die Kontrolle über regelmäßig durchzuführende Sicherheitsupdates auf mobilen Geräten." (uqrl)

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