11.02.2011 - Auf groupon.de werben Unternehmen über Rabatt-Gutscheine: Damit machen die Kunden ein Schnäppchen und die Unternehmen bekommen mehr Kunden. Mehr Umsatz produzieren die Gutscheine jedoch nicht immer.
Wie das Handelsblatt berichtet, zählt groupon.de zu einem der größten Aufsteiger der letzten Zeit: Börsenexperten schätzten den Gesamtwert der US-Firma auf 15 Milliarden US-Dollar.
Die Grundidee der Website: Es gebe einen Vorteilspreis, wenn eine Mindestanzahl von Käufern erreicht wird. Kommen nicht genug interessierte Käufer etwa für einen Restaurant-Gutschein oder ein Wellness-Angebot zusammen, finde der Deal nicht statt.
Viele deutsche Unternehmen beteiligten sich am Gutschein-System. Sie erhofften sich von der Werbung über den Rabatt langfristig mehr Kunden.
Das Handelsblatt beschreibt beispielhaft die Situation des Berliner Restaurants "Tomasa", das über groupon.de für sich warb:
7.800 Kunden kauften auf groupon.de einen Gutschein für das Restaurant, mit dem sie dort ein Frühstück für fünf statt für zehn Euro erhielten.
Laut der Geschäftsführerin sei "die Hölle los" gewesen. Die damit einhergehende Umsatzsteigerung sei jedoch ausgeblieben.
Viele Firmen machten ähnliche Erfahrungen. Der Grund: Die versprochenen Rabatte seien oft zu hoch – manche Firmen vergäben Rabatte bis zu 90 Prozent, um für sich zu werben.
Ferner gingen Einnahmen durch die hohe Provision verloren, die groupon.de bei den Aktionen verlange. Laut US-Medienberichten behalte groupon.de üblicherweise die Hälfte des Gutschein-Preises für sich.
Außerdem sei fraglich, ob Kunden durch die Aktionen dauerhaft an das Unternehmen gebunden werden können.
Eine Studie aus den USA belege, dass die Werbeaktionen bei groupon.de für rund 30 Prozent der Firmen nicht profitabel waren. Mehr als 40 Prozent der Firmen würden deshalb eine solche Aktion nicht noch einmal mitmachen. (uqrl)