Behörden kaufen bis zu 15 Prozent teurer ein als Privatfirmen

Steuerverschwendung

09.02.2011 - Die öffentliche Hand zahlt für die gleichen Dienste zwischen fünf und 15 Prozent mehr Geld als die Privatwirtschaft. Auch die Kosten des Einkaufsprozesses sind höher.

Das sei das Ergebnis einer Befragung von 184 öffentlichen Einrichtungen des Beratungsunternehmens Booz & Company, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD).

Beschaffungssysteme veraltet

Demnach sind die Beschaffungsverfahren der Behörden veraltet: Nur 15 Prozent der Verwaltungen erfassten und analysierten ihre Einkaufsdaten nach Kosten und Mengen. 


Viele Behörden betrachteten den öffentlichen Einkauf immer noch als reinen rechtlichen Vergabeakt.


Datenbezogen werde selten gearbeitet. Beispielsweise würden eingehende Angebote nur untereinander, aber nicht mit dem Markt oder den eigenen Preishistorien verglichen.

Einsparpotenzial von bis zu zwanzig Milliarden Euro

Laut FTD entfallen pro Jahr rund zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes auf den öffentlichen Einkauf. Damit kauften die Behörden insgesamt jährlich für rund 200 Milliarden Euro ein. 


Nach der Analyse von Booz & Company ließen sich jährlich zwischen zehn und zwanzig Milliarden Euro durch modernere Einkaufsprozesse sparen. (uqrl)

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