03.05.2011 - Deutsche Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, 651 bürokratische Tätigkeiten zu übernehmen, ohne dass der Staat die Kosten dafür erstattet.
Das ist das Ergebnis einer Studie des Nationalen Zentrums für Bürokratiekostenabbau (NZBA) an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die Studie liste erstmalig alle so genannten "Inpflichtnahmen" des Bundes auf.
Dazu gehört beispielsweise die Verpflichtung des Arbeitsgebers, eine Vielzahl an Bescheinigungen für die Bundesanstalt für Arbeit, die Sozialämter und andere Behörden auszustellen.
Unternehmen sind außerdem gesetzlich verpflichtet, Lohnsteuer an den Staat und Beiträge an die Sozialversicherung abzuführen.
Alle 651 Pflichten zusammen verursachten in den Unternehmen erheblichen administrativen Aufwand und Kosten: Beispielsweise koste das Erfüllen von zehn besonders aufwändigen Arbeitgeberpflichten ein mittelständisches Unternehmen mit 100 Arbeitnehmern 17.940 Euro pro Jahr.
Auf alle kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland hochgerechnet ergeben sich damit pro Jahr Kosten in Höhe von etwa drei Milliarden Euro.
"Zu oft spannt der Staat die Unternehmen für seine eigenen Aufgaben ein – und lässt sie auf den Kosten sitzen. Damit muss Schluss sein", so INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.
Das NZBA schlägt einen Drei-Punkte-Plan zum Bürokratiekosten-Stopp vor: