Bundesrechnungshof will Handwerkerbonus abschaffen

Steuervorteil

07.02.2011 - Nach Ansicht des Bundesrechnungshofes geht dem Fiskus zu viel Geld dadurch verloren, dass er Handwerksarbeiten in Privathaushalten subventioniert.

Deshalb fordere der Bundesrechnungshof die Bundesregierung auf, den so genannten Handwerkerbonus wieder abzuschaffen, schreibt das Handelsblatt.

Zu hohe Einnahmeausfälle verzeichnet

Demnach erreicht die Subvention laut Bundesrechnungshof nicht das Ziel, kleine Unternehmen zu fördern und die Schwarzarbeit zurückzudrängen. 


Nach Angaben der Rechnungsprüfer habe die Subvention die Steuereinnahmen 2008 um rund eine Milliarde Euro gemindert. Für 2010 rechne das Bundesfinanzministerium mit Ausfällen von vier Milliarden Euro.

Die meisten Arbeiten werden ohnehin erledigt

Die Kritik des Bundesrechnungshofes: Der Staat zahle in mehr als 70 Prozent der Fälle für Arbeiten, die ohnehin legal erledigt worden wären. 


Die Subvention fließe etwa in Rechnungen für Schornsteinfeger und für Wartungsarbeiten an Heizungen und Aufzügen.


Diese Arbeiten seien unvermeidbar – und auch vor der Einführung des Handwerkerbonus nie schwarz erledigt worden.

Rechnungen kaum kontrollierbar

Außerdem sei die Kontrolle der eingereichten Rechnungen schwer, da das neue maschinelle Prüfverfahren erst ab bestimmten Wertgrenzen alarmiere.


Diese Grenze werde bei einer Steuerermäßigung von 133 Euro pro Fall offenbar nicht erreicht. Jede dritte Steuererklärung enthalte Handwerker-Rechnungen. 


Keine Einwände habe der Bundesrechnungshof gegen Beschäftigungsverhältnisse wie legal beschäftigte Putzhilfen und Babysitter – sie führten kaum zu Einnahmeausfällen.

Zum Handwerkerbonus

Laut Handelsblatt hatte die rot-grüne Regierungskoalition die Subvention eingeführt.


Die Große Koalition habe sie deutlich ausgeweitet, um die Konjunktur während der Krise zu stützen. Das Ziel: mehr Beschäftigung in Privathaushalten. (uqrl)

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